Am Montag erlebten Anleger von Volkswagen einen herausfordernden Tag, nachdem das Unternehmen eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften abschloss. Die Volkswagen-Aktie verzeichnete am Nachmittag einen Rückgang von 3%. Dieser Rückgang spiegelt die Unsicherheit über den jüngsten sparorientierten Deal wider, der von den Gewerkschaften als „Weihnachtswunder“ gefeiert wurde, Analysten jedoch skeptisch zurücklässt. Seit September waren die Gewerkschaften, mit IG Metall an vorderster Front, in intensiven Verhandlungen mit dem Management von VW über mögliche Stellenkürzungen und Werksschließungen verwickelt. Die erzielte Vereinbarung sieht mehr als 35.000 künftige Stellenstreichungen vor und eine Reduzierung der Produktion um fast ein Viertel, während akute Werksschließungen oder Entlassungen vermieden werden. Trotz der Einigung bleibt zu klären, wie das Management die geplanten Kostensenkungen von über 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr umsetzen will. Analysten hinterfragen, inwieweit das Abkommen den ursprünglichen Ambitionen des VW-Managements gerecht wird. Die rückläufigen Automobilverkäufe haben zu einer Überkapazität geführt, die das Unternehmen bewältigen muss. Ein Streik von fast 100.000 Beschäftigten Anfang Dezember unterstreicht die Spannungen, nachdem das Management einen Gewerkschaftsvorschlag ablehnte, der Dividendenkürzungen und reduzierte Boni beinhaltete. Zusätzlich steht VW vor Herausforderungen im kommenden Jahr durch eine schwache Nachfrage aus China und mögliche US-Zölle. Die Aktien des Unternehmens sind in diesem Jahr um mehr als 20% gefallen und bewegen sich nun auf dem Niveau von 2010.
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Volkswagen: Ein kostspieliges Weihnachtswunder?