23. Juni, 2024

Wirtschaft

Volkswagen: Aktionärstreffen erstmals wieder digital – Kritik an Formatwechsel

Volkswagen: Aktionärstreffen erstmals wieder digital – Kritik an Formatwechsel

Europas größter Autobauer, Volkswagen, veranstaltet seine Hauptversammlung wieder rein digital. Nachdem VW-Chef Oliver Blume im letzten Jahr die Anteilseigner noch im CityCube in Berlin begrüßt hatte, kehrt das Unternehmen nun aus Kostengründen zum rein digitalen Format zurück. Aufruhr wie letztes Jahr, als Klima- und Menschenrechtsaktivisten die Versammlung störten, ist somit nicht zu erwarten. Letztes Jahr verfehlte eine geworfene Torte nur knapp VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche, und eine Aktivistin protestierte oben ohne gegen das Werk in der chinesischen Provinz Xinjiang. Straßenblockaden und Proteste vor dem Versammlungsgebäude ergänzten das Bild. Aktivisten kritisieren die Entscheidung, wieder virtuell zu tagen. Ingo Speich von der DekaBank äußerte in einem vorab veröffentlichten Redemanuskript: „In Berlin mussten Sie sich vor der auf Sie zufliegenden Torte wegducken, heute – im virtuellen Raum – ducken Sie sich vor Ihren Aktionären weg.“ Diese Entscheidung schade der Unternehmens- und Aktionärskultur in Deutschland. Unterstützt wird diese Ansicht von Janne Werning von Union Investment. Er fordert, künftige Treffen wieder in Präsenz abzuhalten: „Nur dort ist eine lebhafte Generaldebatte möglich, nur dort können die Aktionäre mit ihren Fragen und Anliegen den gesamten Vorstand und Aufsichtsrat erreichen.“ Derweil planen Klimaschutzaktivisten dennoch Proteste in Wolfsburg. Vor dem Werkstor soll eine „alternative Hauptversammlung“ stattfinden. Die Klimabewegung fordert in ihrer Mitteilung eine grundsätzliche Verkehrswende weg vom Auto.