18. Juli, 2024

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Volatiler Handelstag für Volkswagen-Aktien: Porsche SE trotzt Belastungen

Volatiler Handelstag für Volkswagen-Aktien: Porsche SE trotzt Belastungen

Die Vorzugsaktien von Volkswagen haben nach einem anfänglichen Kursanstieg am Mittwoch schnell den Kurs gewechselt und sich ins Minus gedreht. Die Papiere verloren zuletzt 1,5 Prozent auf 105 Euro und markierten damit das Schlusslicht im Dax. Zuvor hatten sie im frühen Handel noch um knapp 2 Prozent zugelegt.

Am Dienstagabend überraschte die Volkswagen-Konzernleitung mit der Mitteilung, dass anstelle von bisher prognostizierten 7,0 bis 7,5 Prozent des Umsatzes nur noch 6,5 bis 7,0 Prozent als operatives Ergebnis im Jahr 2024 erwartet werden. Belastungen in Höhe von insgesamt 2,6 Milliarden Euro, darunter 0,9 Milliarden Euro für Rückstellungen im Rahmen des Personalabbaus bei der Kernmarke VW Pkw, drücken auf die Bilanz.

Ein Händler erläuterte, dass 1,7 Milliarden Euro an bislang nicht bekannten Kosten rund einem halben Prozentpunkt der operativen Marge entsprechen. Diese Belastungen spiegeln damit die nun von Volkswagen vorgenommene Anpassung des Margenziels wider.

Tim Rokossa von der Deutschen Bank präzisierte, dass die Ausgaben in Zusammenhang mit der Schließung eines Werks in Brüssel stünden. Diese umfassen Abfindungen für rund 3.000 Mitarbeiter, die Produktionsanlagen und die Fabrik an sich. Analyst Michael Raab von Kepler Cheuvreux begrüßte diesen Schritt und sah darin ein Zeichen für einen Kulturwandel im Unternehmen. "Aus unserer Sicht ist das eine gute Nachricht", so Raab.

Auch die Porsche SE, die Dachholding der Eigentümerfamilien Porsche und Piech, wird von den gesenkten Margenzielen bei Volkswagen nicht unberührt bleiben und rechnet mit einem geringeren Gewinn. Dennoch legten die Aktien der Porsche Holding leicht zu und notierten bei knapp 43 Euro im Plus.