18. Juli, 2024

Technologie

Verzögerter Heimflug: Boeings Starliner weiterhin an ISS gebunden

Nach technischen Schwierigkeiten verlängert sich der Aufenthalt von Boeings Starliner an der ISS auf unbestimmte Zeit, während zwei Astronauten auf grünes Licht für ihre Rückkehr warten.

Verzögerter Heimflug: Boeings Starliner weiterhin an ISS gebunden
Der Starliner von Boeing, angedockt an der ISS, kämpft mit wiederkehrenden Helium-Lecks und Triebwerksproblemen, die Fragen zur Zuverlässigkeit des Raumfahrzeugs aufwerfen.

Boeings Raumschiff Starliner

In der unendlichen Weite des Weltraums zeichnet sich eine neue Herausforderung für die Raumfahrttechnik ab. Der "Starliner" von Boeing, der als glänzender Hoffnungsträger für die moderne Raumfahrt galt, findet sich in einem ungewollt verlängerten Andocken an der Internationalen Raumstation (ISS) wieder.

Quelle: Eulerpool

Ursprünglich nur für eine Woche geplant, befinden sich die Astronauten Barry Wilmore und Suni Williams nun schon seit einem Monat in 400 Kilometern Höhe über der Erde, weit entfernt von ihrem geplanten Aufenthaltszeitraum.

Technische Probleme

Die Mission, die von US-Vizepräsidentin Kamala Harris als "wichtiger Meilenstein" der bemannten Raumfahrt bezeichnet wurde, hat mit anhaltenden technischen Problemen zu kämpfen.

Diese begannen bereits mit einem schwierigen Start am 5. Juni vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral, als der Starliner wegen Triebwerksproblemen erst im zweiten Anlauf erfolgreich an der ISS andocken konnte.

Im Gegensatz zu SpaceXs Crew Dragon, der auf dem Wasser landet, ist Boeings Starliner für Landungen auf festem Boden konzipiert, was zusätzliche Herausforderungen und Sicherheitsüberprüfungen mit sich bringt.

Zudem traten neue Helium-Lecks auf, ein Problem, das bereits vor dem Start bekannt war, jedoch als nicht gefährlich für den Flug eingestuft wurde.

Eine ungewisse Wartezeit

Die Astronauten an Bord des Starliners befinden sich in einer Warteposition, während auf der Erde Tests mit baugleichen Triebwerken durchgeführt werden, um die Sicherheit für das Abdocken und die Rückkehr zur Erde zu gewährleisten.

Die NASA betont, dass niemand im All "gestrandet" sei, doch die Situation unterstreicht die Komplexität und die Risiken der bemannten Raumfahrt.

Der Starliner als fehleranfällige Alternative

Der Starliner, der als teilweise wiederverwendbares Raumfahrzeug konzipiert wurde, soll eine Alternative zur "Crew Dragon"-Raumkapsel von Elon Musks Firma SpaceX bieten.

Er landet im Unterschied zu seinem Konkurrenten nicht auf dem Wasser, sondern auf der Erde und hatte seinen ersten erfolgreichen unbemannten Flug zur ISS im Mai 2022.

Doch die wiederholten technischen Schwierigkeiten werfen Fragen auf bezüglich der Zuverlässigkeit und Zukunftsfähigkeit des Raumfahrzeugs.

Marktreaktionen und Zukunftsaussichten

Die Börse reagiert mit einer leichten Erholung der Boeing-Aktie, die im vorbörslichen Handel um 0,16 Prozent zulegte. Dies könnte auf ein vorsichtiges Vertrauen der Investoren in die Fähigkeit von Boeing hinweisen, diese Herausforderungen zu meistern.

Doch die Augen der Welt bleiben auf den Starliner gerichtet, dessen weiterer Verlauf nicht nur die Zukunft Boeings in der Raumfahrt beeinflussen wird, sondern auch die internationale Wahrnehmung der Sicherheit und Effizienz amerikanischer Raumfahrttechnologien.