12. April, 2024

Wirtschaft

Vertragswechsel beim DFB: Politische Stimmen beklagen Verlust traditioneller Bindung zu Adidas

Vertragswechsel beim DFB: Politische Stimmen beklagen Verlust traditioneller Bindung zu Adidas

Im Zeichen wirtschaftlicher Potenz und globalem Wettbewerb steht der viel diskutierte Ausrüsterwechsel der deutschen Fußballnationalmannschaften. Der Deutsche Fußball-Bund legt nach einer über sieben Jahrzehnte währenden Partnerschaft mit Adidas in naher Zukunft seine sportliche Garderobe in die Hände von Nike. Ein Paukenschlag, der bis in die politischen Reihen Widerhall findet und bei einigen Spitzenpolitikern auf Unverständnis stößt. Neben Wirtschaftsminister Robert Habeck konstatierte Gesundheitsminister Karl Lauterbach öffentlich seine Bedenken in Hinblick auf die verloren gehende Tradition und hat zum Ausdruck gebracht, dass mit dem Wechsel zum US-Unternehmen ein Teil deutscher Heimat und Identität auf der Strecke bliebe.

Ebenso findet Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete der CSU, deutliche Worte für die Entscheidung des DFB und spricht von einer "gnadenlosen Fehlentscheidung". Das Echo auf diesen signifikanten Wandel erreicht nicht nur die Herzen von Fußballfans, sondern offenbart auch eine emotional geführte Diskussion über die Balance zwischen wirtschaftlicher Rationalität und nationaler Verbundenheit. Die drei Streifen, die für viele das Trikot der deutschen Nationalmannschaft definierten, werden ab 2027 vom Swoosh abgelöst - einer Veränderung, die laut Habeck nicht nur ein Markenzeichen austauscht, sondern auch ein Stück deutsche Identität.

Der finanzielle Aspekt dieses Deals offenbart die Dimensionen des Sportartikelmarktes: Für die Ausstattung der Nationalteams ab 2027 soll Nike mehr als 100 Millionen Euro jährlich zahlen - eine Summe, die den bisherigen Beitrag von Adidas verdoppelt. Der langjährige Ausrüster versorgt die Mannschaften noch bis Ende 2026 für eine jährliche Vergütung von rund 50 Millionen Euro. Dieser exorbitante Betrag, der durch Branchenkreise ans Licht kam, verdeutlicht die strategische Entscheidung des DFB für das "mit Abstand beste wirtschaftliche Angebot". Nike stellt sich somit für eine von Start weg bis 2034 geplante Ausrüstungsserie auf, welche nicht nur ein neues finanzielles Kapitel aufschlägt, sondern auch die fußballkulturelle Identität Deutschlands neu einkleiden wird.