21. Juni, 2024

Wirtschaft

Versicherungswirtschaft verzeichnet Hagelschäden-Rekord

Versicherungswirtschaft verzeichnet Hagelschäden-Rekord

Die deutsche Versicherungswirtschaft blickt auf ein kostspieliges Jahr 2023 zurück, in dem versicherte Schäden durch Naturgewalten – insbesondere durch Hagel – auf 5,7 Milliarden Euro angewachsen sind. Ein Anstieg um bemerkenswerte 1,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr markiert für Kraftfahrzeuge die Hauptlast der entstandenen Kosten. Der bisherige Höchststand wurde im Jahr 2021 mit 13,9 Milliarden Euro verzeichnet, wie der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, erläuterte.

Im Gegensatz zu den ursprünglichen Prognosen fielen die tatsächlichen Schäden höher aus als Ende letzten Jahres angenommen. Dies unterstreicht eine langjährige Statistik, die ihre Anfänge in den frühen 1970er Jahren hat. Den größten Schadensanteil verursachten die Unwetter im August 2023 mit Schäden von 1,5 Milliarden Euro. Auch der Juni war von erheblichen Belastungen für die Versicherungen geprägt, während es in den folgenden Monaten an schweren Sturmschäden mangelte.

Bayern steht an der Spitze der Betroffenen mit über zwei Milliarden Euro an verzeichneten Schadensmeldungen, gefolgt von Hessen mit 890 Millionen Euro. Jörg Asmussen betonte die besondere Betroffenheit der Alpenregion sowie der hessischen Mittelgebirge durch Hagelunwetter.

Bei der Kraftfahrtversicherung wurden durchschnittliche Schadenschöhen von 4100 Euro für Sturm- und Hagelschäden verbucht, was den dritthöchsten Wert in der Historie darstellt. Als Gründe für die hohen Kostenaufwendungen werden unter anderem Preisanstiege für Ersatzteile und Werkstattlöhne genannt.

Neben den materialen Schäden blieben aktuelle Debatten nicht aus. Die Diskussion um eine verpflichtende Elementarschadenversicherung gewinnt an Fahrt, wobei sich die Ministerpräsidenten der Länder im nächsten Monat dazu mit Bundeskanzler Olaf Scholz austauschen möchten. Asmussen jedoch sieht die Lösung eher in einer Anpassung des Bauordnungsrechts und im Klimaschutz.

Abschließend wird das positive Licht auf die gestiegene Versicherungsdichte gelenkt, die nun 54 Prozent aller Wohnhäuser gegen Naturgefahren absichert – ein Zuwachs von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.