29. Februar, 2024

Wirtschaft

Verpackungsregelung bedroht Shisha-Bars mit Schließungswelle

Verpackungsregelung bedroht Shisha-Bars mit Schließungswelle

Eine nur wenig beachtete Regulierung der Tabakverpackung könnte das abrupte Ende für viele Betreiber von Shisha-Bars bedeuten. Laut einer vom Bundesverband Wasserpfeifentabak prognostizierten dramatischen Marktentwicklung könnte bis zum Jahresende etwa jede dritte oder vierte Shisha-Bar vor dem Aus stehen, falls die Politik nicht handelt. Geschäftsführer Folge Rega meldet intuitiv einleuchtend aus dem Binnenmarkt, dass die Nachfrage nach legal vertriebenem Wasserpfeifentabak merklich gesunken sei, was bereits zur Schließung einzelner Geschäfte geführt hat.

Herzstück des Konflikts ist die Mitte 2022 eingeführte Regelung, die besagt, dass Shisha-Tabak nur noch in Einzeldosen verkauft werden darf, eine Maßnahme, die zu einer effektiven Verdopplung der Preise führte und damit Konsumenten in Richtung des Schwarzmarktes treibt. Rega betont die damit verbundenen Gefahren, darunter Tabak von minderer Qualität und gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe, was insbesondere beim Tabakkonsum abseits öffentlicher Etablissements eine Rolle spielt.

Beunruhigende Zahlen untermauern die Bedenken des Branchenverbandes. Das Statistische Bundesamt verzeichnet einen beachtlichen Rückgang ausgegebener Steuerzeichen für Wasserpfeifentabak: 2023 wurden nur 727 Tonnen versteuert, gegenüber 893 Tonnen im Vorjahr und das weit entfernt von den 6897 Tonnen vor der einschneidenden Regulierung in 2021. Anhand dieser Daten sank das Volumen des legalen Marktes auf etwa ein Zehntel seines Wertes vor der Regelung.

Während die Einnahmen aus der Tabaksteuer sinken, bleibt die Nachfrage nach Wasserpfeifentabak nach Einschätzung des Verbandes unverändert hoch, eine Beobachtung, die von Importeuren spezieller Shisha-Kohle bestätigt wird. Sie verzeichnen weiterhin positive Umsatzzahlen, ein Indiz dafür, dass sich der Markt in dunkle Kanäle verlagert hat.

Verstärkt wird Regas Unmut durch die kaum stattfindende Verfolgung von Steuervergehen im Internet und sozialen Medien, wo unversteuerter Wasserpfeifentabak mit wenig Sorge vor Behörden angepriesen wird. Der Appell des Verbandes an das Bundesfinanzministerium zielt darauf ab, die Verpackungsgrößenregulation zu überarbeiten und den Verkauf in größeren Gebinden wieder zu ermöglichen. Dadurch könne der Schwarzmarkt eingedämmt und die Steuereinnahmen, die weit hinter den erwarteten 155 Millionen Euro von 2021 zurückbleiben, wiederbelebt werden.