27. Mai, 2024

Politik

Verlangsamte Offensive: Russische Truppen in der Ukraine mit verminderter Dynamik

Verlangsamte Offensive: Russische Truppen in der Ukraine mit verminderter Dynamik

Die anfänglich rasanten Geländegewinne der russischen Armee in der nordöstlichen Ukraine haben sich verlangsamt, wie ukrainische Offizielle und Militäranalysten feststellen. Sie berichten, dass sich beide Seiten zuletzt etwa acht Kilometer von der Grenze entfernt in intensiven Kämpfen um Dörfer befinden.

Die steigende Besorgnis in Kiew angesichts der Offensiven aus dem Nordosten manifestiert sich in der Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, seine Teilnahme an internationalen Veranstaltungen abzusagen. Darunter fällt auch ein geplanter Besuch in Spanien am Freitag, bei dem ein Sicherheitsabkommen unterzeichnet werden sollte.

Die Zivilbevölkerung in den nordöstlichen Regionen flüchtet weiterhin vor dem schweren Artilleriebeschuss durch russische Streitkräfte, warnen ukrainische Behörden. Sie weisen darauf hin, dass ihre Truppen permanenten Angriffen standhalten müssen und dass sich die Lage jederzeit schnell verändern könne.

General Kyrylo Budanov, der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, äußerte im Fernsehen die Aussicht auf eine Stabilisierung der Lage, wobei gleichzeitig zusätzliche ukrainische Einheiten entsandt würden, um russische Vorstöße abzuwehren. Er betonte jedoch, dass die Situation sehr angespannt sei und sich rasant wandeln könne.

Der Generalstab der Ukraine verlautbarte, dass russische Truppen seit Beginn des Tages keine aktiven Operationen im Nordosten durchgeführt hätten. Frühere Berichte des Tages deuteten jedoch darauf hin, dass ukrainische Truppen sich von Positionen in der Nähe zweier Dörfer zurückgezogen haben, um weitere Opfer zu vermeiden, was russischen Kräften den Einzug ermöglichte.

Diese ukrainischen Einschätzungen scheinen durch unabhängig erstellte, offene Karten des Schlachtfeldes, die von Analysten auf Basis von Kampfbildmaterial zusammengestellt wurden, Unterstützung zu finden. Die Karten verdeutlichen, dass russische Truppen in den vergangenen 24 Stunden in zwei Siedlungen Fuß fassen konnten – ein Zeichen für eine verminderte Vorstoßgeschwindigkeit im Vergleich zu früheren Phasen, in denen bis zu fünf Siedlungen pro Tag eingenommen wurden.