In jüngsten Verhandlungen ist es nicht gelungen, eine Einigung über die Fortsetzung der russischen Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa zu erzielen. Dies berichtete ein hochrangiger Vertreter der aserbaidschanischen Energiegesellschaft SOCAR. Die Europäische Union und die Ukraine hatten Aserbaidschan gebeten, bei den Gesprächen mit Russland zu vermitteln, da der aktuelle Vertrag zum Jahresende ausläuft.
Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, es sei absehbar, dass kein neues Abkommen mit Kiew zustande kommen werde. Die Ukraine, seit Februar 2022 im Konflikt mit Russland, lehnt eine Verlängerung des Vertrags ab, nach dem jährlich rund 15 Milliarden Kubikmeter russisches Gas nach Europa geliefert werden. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2022 betrugen die durch die Ukraine transportierten Mengen 150 Milliarden Kubikmeter. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte jedoch, dass Kiew eine Fortsetzung der Transitvereinbarung in Betracht ziehen könnte, unter der Bedingung, dass Russland bis zum Ende des Krieges keine Zahlungen erhält – eine Bedingung, die Russland voraussichtlich ablehnen wird.
Der ukrainische Premierminister Denys Schmyhal erklärte, der Transitvertrag werde am Morgen des 1. Januar auslaufen und nannte die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Transits nicht-russischen Gases, sofern die Europäische Kommission dies fordere. SOCAR vermittelte seit fast einem Jahr in den Verhandlungen zwischen ukrainischen und russischen Energiekonzernen auf Wunsch der Ukraine und der EU. So trafen sich hochrangige Manager von SOCAR und ukrainischen Energieunternehmen mehrfach, jedoch scheiterten die Verhandlungen letztlich an unüberwindbaren Differenzen.