12. Juli, 2024

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Verfall an Europas Börsen: Ein kurzweiliges Intermezzo

Verfall an Europas Börsen: Ein kurzweiliges Intermezzo

Nach einer bemerkenswerten Erholungsphase zeigten die europäischen Börsen am Freitag eine Kehrtwende. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit einem Rückgang von 0,82 Prozent bei 4907,30 Punkten. Diese Entwicklung steht jedoch im Gegensatz zu einer insgesamt positiven Wochenbilanz von 1,4 Prozent.

Der sogenannte große Verfallstag, an dem Terminkontrakte und Optionen auf große Börsenindizes wie den EuroStoxx 50 und den Dax ausliefen, könnte die Ursache dieser Volatilität sein. An solchen Tagen versuchen Anleger oft, die Indizes zu ihren Gunsten zu beeinflussen, was zu erratischen Bewegungen führen kann.

Auch der französische Cac 40 und der britische FTSE 100 zeigten am Freitag Schwächen. Der Cac 40 fiel um 0,56 Prozent auf 7628,57 Punkte, während der FTSE 100 um 0,42 Prozent auf 8237,72 Punkte nachgab.

Ein warnendes Signal kam von der Konjunktur: Die Stimmung der Unternehmen in der Eurozone verschlechterte sich im Juni deutlich. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex sank um 1,4 Punkte auf 50,8 Zähler, entgegen den Erwartungen vieler Analysten, die von einer leichten Verbesserung ausgegangen waren.

Diese enttäuschenden Daten spiegelten sich in der Sektorentwicklung wider. Während konjunkturabhängige Sektoren schwächelten, konnten sich defensive Sektoren wie Versorger, Pharma und Telekommunikation relativ gut halten. Im Technologiesektor belasteten zusätzlich schwache US-Titel, insbesondere aus der Halbleiterbranche. ASML beispielsweise verzeichnete einen Rückgang von 2,6 Prozent.

Stahlwerte litten unter einer skeptischen Studie der US-Bank Morgan Stanley. Analyst Alain Gabriel stellte fest, dass die Preise für Stahl in Europa zwar einen Boden gefunden hätten, den Kunden jedoch der Anreiz fehle, ihre Lager wieder aufzufüllen. Dies und niedrige Importpreise setzten den Markt unter Druck, was ArcelorMittal um 1,9 Prozent fallen ließ.

Bei den Industriewerten standen ABB im Fokus, die mit einem Abschlag von 2,8 Prozent reagierten. Die Deutsche Bank hatte den Wert abgestuft und die hohe Bewertung als Grund genannt. Auch andere Industriewerte wie Schneider Electric schwächelten und verloren 1,2 Prozent.