19. Mai, 2024

Wirtschaft

Verbraucherpreise in China ziehen weiterhin an – Inflation folgt der Deflationsphase

Verbraucherpreise in China ziehen weiterhin an – Inflation folgt der Deflationsphase

In der chinesischen Volkswirtschaft hält der Trend zu steigenden Verbraucherpreisen an. Gegenüber dem April des Vorjahres verzeichnete der Index eine moderate Erhöhung um 0,3 Prozent, wie frische Daten des Pekinger Statistikamts offenbaren. Die Inflation setzt ihren Weg fort und markiert einen monatlichen Anstieg um 0,1 Prozent. Die Aufwärtsbewegung zeigt sich weniger impulsiv als im Februar, als die Verbraucherpreise infolge des Frühlingsfestes einen signifikanten Sprung von 0,7 Prozent im Jahresvergleich erfuhren, doch flachte der Anstieg im März wieder ab.

Nach einer Deflationsperiode, die von Herbst bis Januar andauerte und kurzfristige Kostenvorteile für die Verbraucher bot, besteht nun ein Umschwung. Ökonomen warnen vor den langfristigen Gefahren der Deflation: Verminderte Einkünfte der Firmen könnten zu einem Rückgang der Löhne, einem Jobabbau und damit zu einer allgemeinen Konjunktureintrübung führen.

Die aktuellen Daten zur Preisentwicklung spiegeln den schwachen Konsum der rd. 1,4 Milliarden Einwohner wider und zeugen von einer hohen Arbeitslosenrate bei jungen Menschen. Der Immobilienmarkt kriselt schwerwiegend und die Verschuldung der Lokalregierungen hemmt ebenfalls das Wirtschaftswachstum.

Trotz dieser Krisensituation zeigt sich eine Erholung im Tourismussektor: Statistiken des Ministeriums für Tourismus verdeutlichen, dass über die Maifeiertage mehr Inlandsreisen als vor der Pandemie im Jahr 2019 getätigt wurden. Jedoch bleibt die Ausgabebereitschaft pro Tourist zurückhaltend. Initiativen zur Stimulation des privaten Konsums blieben bisher erfolglos und die Regierung verzichtete auf umfassende Konjunkturpakete. Wirtschaftsexperten propagieren, anstatt auf großzügige Konjunkturhilfen zu setzen, die Stärkung des Binnenkonsums als langfristige Lösung für ein robustes Wirtschaftswachstum.