18. Juli, 2024

Wirtschaft

Verbraucherpreise in China stagnieren: Deflationssorgen wachsen

Verbraucherpreise in China stagnieren: Deflationssorgen wachsen

Der Verbraucherpreisindex in China verzeichnete im Juni lediglich einen Anstieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt in Peking bekannt gab. Analysten hatten hingegen eine stärkere Steigerung von 0,4 Prozent prognostiziert. Bereits im Mai lag der Anstieg im Jahresvergleich bei nur 0,3 Prozent.

Saisonbedingte Preissenkungen bei bestimmten Gemüsesorten sowie fallende Benzinpreise aufgrund internationaler Ölmarkt-Schwankungen wirkten preisdämpfend. Gleichzeitig mussten Verbraucher aufgrund der anstehenden Sommerferien jedoch für Flugtickets tiefer in die Tasche greifen.

Trotz leicht steigender Preise in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft bleibt der Index nahezu unverändert. Im Monatsvergleich sank der Index im Juni um 0,2 Prozent und unterstreicht den anhaltenden Deflationsdruck. Deflation, das Gegenteil der Inflation, bedeutet fallende Preise. Auf den ersten Blick mag das vorteilhaft erscheinen, allerdings warnt die Ökonomie vor langfristigen Risiken wie sinkende Unternehmensgewinne, Lohnkürzungen und gefährdete Arbeitsplätze.

Berichten zufolge haben große chinesische Unternehmen in diesem Jahr bereits Arbeitsplätze abgebaut. Besonders junge Menschen haben Schwierigkeiten, eine feste Anstellung zu finden. Vermehrt arbeiten viele in befristeten Jobs oder als Freiberufler. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten gewinnen Positionen in staatlichen Unternehmen an Attraktivität, die zwar oft starre Strukturen haben, aber dafür Sicherheit bieten.

Ein entscheidendes Treffen der Kommunistischen Partei in der kommenden Woche könnte Klarheit über mögliche Reformen zur Förderung des Konsums bringen. Experten sehen hierin eine Chance, Chinas wirtschaftliche Erholung zu unterstützen, da geringe Konsumfreude, bedingt durch Arbeitslosigkeit und eine anhaltende Immobilienkrise, derzeit als Hemmschuh gilt.