13. April, 2024

Wirtschaft

US-Leistungsbilanzdefizit überraschend gesunken

US-Leistungsbilanzdefizit überraschend gesunken

In einer erfreulichen Wendung für die Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten verzeichnet das chronische Defizit der US-Leistungsbilanz im vierten Quartal eine unerwartete Verringerung. Laut den neuesten Zahlen, die das Handelsministerium kürzlich veröffentlichte, schrumpfte der Fehlbetrag um 1,6 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 0,8 Prozent auf 194,8 Milliarden Dollar entspricht. Mit dieser Entwicklung überrascht die Leistungsbilanz positiv, da Analysten zuvor ein deutlich gravierenderes Defizit von durchschnittlich 209,0 Milliarden Dollar prognostiziert hatten.

Für das Wirtschaftsjahr 2023 präsentiert sich das Defizit ebenso in einem verminderten Licht. Mit einer markanten Reduktion um 152,8 Milliarden Dollar oder 15,7 Prozent auf total 818,8 Milliarden Dollar reflektiert das Gesamtjahr ein kräftiges Nachlassen des Ungleichgewichtes. Als treibende Kraft hinter diesem Rückgang gilt insbesondere das gesunkene Defizit in der Handelsbilanz, welches vorrangig auf die gefallenen Preise für importierte Rohstoffe und Energie zurückgeführt werden kann. Dies stellt eine bedeutende Veränderung zum Vorjahr dar, in dem die Preise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine einen starken Anstieg erlebten.

Die Leistungsbilanz fasst den volkswirtschaftlichen Austausch der USA mit dem Rest der Welt zusammen, indem sie neben dem Warenüberverkehr auch Dienstleistungen und Einkommensübertragungen umfasst. Ein Defizit in der Leistungsbilanz zeigt an, dass die Vereinigten Staaten mehr Leistungen aus dem Ausland beziehen als sie ins Ausland exportieren. Der finanzielle Ausgleich dieses Defizits erfolgt klassischerweise durch den Zufluss ausländischen Kapitals, was bedeutet, dass die Vereinigten Staaten Kredite aus dem Ausland aufnehmen.