17. Juli, 2024

Wirtschaft

US-Konjunktur im Fokus: Dienstleistungssektor und Industrie zeigen Schwächezeichen

US-Konjunktur im Fokus: Dienstleistungssektor und Industrie zeigen Schwächezeichen

Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in den USA sorgt für gemischte Gefühle. Der Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management (ISM) für den Dienstleistungssektor fiel im Juni unerwartet stark von 53,8 auf 48,8 Punkte. Diese deutliche Verschlechterung überrascht, da Analysten lediglich einen moderaten Rückgang auf 52,7 Punkte prognostiziert hatten. Ein Wert unter 50 signalisiert eine Schrumpfung des Sektors.

Parallel dazu zeigen sich auch im Industriebereich Bremsspuren. Das US-Handelsministerium meldete für Mai einen überraschenden Rückgang der Industrieaufträge um 0,5 Prozent gegenüber April. Dieser Wert liegt deutlich unter den erwarteten 0,2 Prozent Zuwachs. Selbst die Auftragsdaten des Vormonats wurden nach unten korrigiert, von zuvor 0,7 auf nun 0,4 Prozent.

Am Arbeitsmarkt zeichnen sich ebenfalls weniger erfreuliche Entwicklungen ab. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche stärker als vorausgesagt an. Insgesamt erhöhten sich die Hilfsanträge um 4.000 auf 238.000, während Experten von 235.000 Anträgen ausgegangen waren.

Auch bei den Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft zeigt sich ein ähnliches Bild. Laut dem Arbeitsmarktdienstleister ADP wurden im Juni lediglich 150.000 neue Stellen geschaffen, was unter den Erwartungen von 165.000 neuen Beschäftigungsverhältnissen liegt.

In der Europäischen Union hingegen warnen Vertreter der Autoindustrie vor den negativen Auswirkungen von Strafzöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge. Diese Maßnahmen könnten sowohl auf die EU als auch auf Deutschland unerwünschte Konsequenzen haben, wie es in einem Positionspapier des Verbands der Automobilindustrie (VDA) heißt.

Zuletzt berichtete der Handelsverband Deutschland (HDE) von einem leichten Rückgang der Verbraucherstimmung im Juli, nachdem diese fünf Monate lang kontinuierlich gestiegen war. Zudem ergab eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), dass rund 26 Millionen Beschäftigte in Deutschland zwischen 2022 und 2024 Inflationsausgleichsprämien in Höhe von über 52 Milliarden Euro erhalten haben.

Wirtschaftsminister Robert Habeck äußerte sich indes zu den Haushaltsverhandlungen und betonte die Notwendigkeit, an die Schmerzgrenzen zu gehen, um Lösungen zu finden. In Großbritannien zeigte sich die Unternehmensstimmung im Juni weniger eingetrübt als erwartet, da der Einkaufsmanagerindex von S&P Global bei 52,3 Punkten lag.

In der Eurozone setzte sich die Abschwächung der Erzeugerpreissenkungen fort und sank im Mai nur um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, weniger stark als die prognostizierten 4,1 Prozent. Dennoch trübte sich die Unternehmensstimmung im Euroraum laut einer zweiten Umfragerunde von S&P Global deutlich auf 50,9 Punkte ein.