16. Juni, 2024

Märkte

US-Börsen unter Druck: Wachstumsdaten und Zinsängste belasten

US-Börsen unter Druck: Wachstumsdaten und Zinsängste belasten

Die US-Börsen haben am Donnerstag erneut Verluste erlitten, wobei schwache Wachstumsdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft die anhaltenden Sorgen über weiterhin hohe Zinsen nicht lindern konnten. Besonders im Leitindex Dow Jones Industrial drückte ein enttäuschender Ausblick von Salesforce auf die Stimmung.

Der Dow schloss mit einem Minus von 0,86 Prozent bei 38.111,48 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 fiel um 0,60 Prozent auf 5235,48 Punkte. Auch der technologielastige Nasdaq 100 musste mit einem Rückgang von 1,06 Prozent auf 18.538,66 Punkte Verluste hinnehmen.

Nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten bei der Aktualisierung von Indexständen und Kursveränderungen der Dow-Jones- sowie der S&P-Indizes funktionierte die Kursversorgung wieder einwandfrei. Die Nasdaq-Indizes und Einzelkurse blieben von den Problemen unberührt.

Zunehmende Zweifel an einer baldigen geldpolitischen Lockerung durch die US-Notenbank Fed haben in dieser Woche zu einem Anstieg der Anleiherenditen geführt. Hintergrund ist die hartnäckige Inflation, die anhaltend hohe Leitzinsen und damit verbundene hohe Kreditkosten zementiert. Diese Bedingungen können die wirtschaftlichen Aktivitäten stark dämpfen, wie das Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal zeigt. Es fiel schwächer aus als erwartet und die Dynamik gegenüber dem Vorquartal nahm spürbar ab. Der PCE-Deflator, eine wichtige Inflationskennziffer für die Fed, wurde nur geringfügig nach unten korrigiert und bleibt auf hohem Niveau. Diese Daten dürften den Währungshütern kaum einen Grund für die am Markt erhoffte Zinssenkung liefern.

Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen zwar stärker als prognostiziert, bleiben jedoch auf niedrigem Niveau, was auf einen robusten Arbeitsmarkt hindeutet. Der deutliche Rückgang der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe im April konnte den Aktienkursen ebenfalls keine positiven Impulse geben.

Unter den Einzelwerten fiel der Softwarekonzern Salesforce mit einem enttäuschenden Umsatzausblick auf das laufende Quartal auf. Die Aktien brachen um knapp 20 Prozent ein und erreichten den niedrigsten Stand seit November. Auch der Einzelhändler Kohls enttäuschte mit einem schwachen Zwischenbericht und einer gesenkten Prognose für 2024, was die Anteilscheine um fast ein Viertel sinken ließ. Das Technologieunternehmen Agilent Technologies schockte die Anleger ebenfalls mit einer Warnung vor niedrigeren Umsätzen und Gewinnen, wodurch die Aktien um 9,7 Prozent fielen.

Es gab jedoch auch positive Überraschungen: Die Aktien von Foot Locker stiegen um 15 Prozent, nachdem das Unternehmen die Erwartungen vor allem beim Ergebnis übertroffen hatte. Der Sandalenhersteller Birkenstock konnte nach einem starken Quartal und einer Anhebung der Umsatzprognose um 11,7 Prozent zulegen. Best Buy überzeugte mit einer überraschend guten Profitabilität, was die Aktien um 13,4 Prozent ansteigen ließ. Ebenfalls positiv überraschte das Informationstechnologieunternehmen HP, dessen Aktien nach einer Umsatzüberraschung um 17 Prozent sprangen.

Der Euro hielt sich nach den US-Daten stabil über der Marke von 1,08 Dollar und kostete zuletzt 1,0830 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0815 US-Dollar festgelegt.

US-Staatsanleihen legten zu, der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen stieg um 0,46 Prozent. Im Gegenzug sank die Rendite zehnjähriger Staatspapiere auf 4,55 Prozent.