16. April, 2026

Politik

US-Außenminister mahnt Israel zur Vorsicht in Gaza-Konflikt

US-Außenminister mahnt Israel zur Vorsicht in Gaza-Konflikt

In einer kritischen Betonung der jüngsten militärischen Vorgehensweise Israels hat US-Außenminister Antony Blinken Sorge über die Lage im Gazastreifen, insbesondere in der Stadt Rafah, zum Ausdruck gebracht. Blinken äußerte im US-Fernsehen Bedenken, dass Israels aktuelles Vorgehen das Potenzial habe, einen bewaffneten Aufstand hervorzurufen, in dem Hamas-Kämpfer die Oberhand gewinnen könnten. Eine solche Entwicklung könnte ein Vakuum erzeugen, das von Unordnung und Anarchie geprägt sei, und eine erneute Konzentration der Macht bei der Hamas nach sich ziehen.

Im weiteren Verlauf des Interviews stärkte Blinken die Position der USA, die die Ansicht Israels teilt, dass im gegenwärtigen Gaza-Konflikt mehr Zivilisten als Terroristen ihr Leben verloren hätten. Dies stützte er auf Aussagen des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, der von 14.000 getöteten Hamas-Terroristen und 16.000 zivilen Opfern ausging – eine Diskrepanz, die durch die Taktik der Hamas entstehe, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu nutzen. Unterstrichen wurde die Ernsthaftigkeit der Lage durch Netanjahus Bemerkung, dass für Israel jeder zivile Tod eine Tragödie sei – im Kontrast dazu stehe die Hamas, für die zivile Opfer Teil ihrer Strategie wären.

Der Außenminister betonte, dass Israel zwar Methoden besitze, um ziviles Leid zu mindern, diese jedoch nicht durchgehend und effizient angewendet würden. Zusätzlich merkte Blinken an, dass die USA nach einem kürzlich veröffentlichten Bericht es für möglich halten, dass Israel gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen könnte, indem es von den USA bereitgestelltes Waffenmaterial im Gazastreifen einsetze. Angesichts der heiklen Lage im Kriegsgebiet seien jedoch abschließende Urteile schwierig.

Auf die Nachfrage, ob die USA eventuell davor zurückschrecken würden, Israel zur Verantwortung zu ziehen, begegnete Blinken mit der Feststellung, dass die Vereinigten Staaten keinen Unterschied in der Behandlung ihrer Verbündeten sehen und Israel in Sachen Völkerrechtskonformität wie jedes andere Land bewertet werde.