29. Februar, 2024

Wirtschaft

US-Arbeitsmarkt startet robust ins neue Jahr – Herausforderungen für die Fed

US-Arbeitsmarkt startet robust ins neue Jahr – Herausforderungen für die Fed

Der Auftakt ins Jahr verzeichnet in den Vereinigten Staaten einen bemerkenswert starken Arbeitsmarkt. Überraschend hohe Zugewinne bei der Beschäftigung und ein dynamischeres Lohnwachstum kennzeichnen den gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwung und verweisen auf zusätzliche Inflationsrisiken, was für die US-Notenbank Fed (Federal Reserve) durchaus herausfordernd sein dürfte.

Der von Analysten nicht in dieser Stärke prognostizierte Beschäftigungsanstieg offenbart sich mit einem bemerkenswerten Plus von 353.000 neuen Jobs im Januar, während Marktbeobachter lediglich mit einer Ausweitung von 185.000 Stellen gerechnet hatten. Dies unterstreicht die Robustheit des US-Arbeitsmarktes, verstärkt durch eine Aufwärtskorrektur der Stellenzuwächse der letzten beiden Monate um zusätzliche 126.000.

Dazu gesellt sich das Thema Lohnsteigerung, die mit 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat doppelt so kräftig ausfällt wie im Vorfeld erwartet und auf ein Jahreswachstum von 4,5 Prozent ansteigt. Die Arbeitslosenquote verharrt indessen auf einem niedrigen Niveau von 3,7 Prozent, nahe dem historischen Tiefstwert von 3,4 Prozent aus dem Jahr 1969, und die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird mit etwa 6,1 Millionen beziffert.

Elmar Völker aus dem Haus der Landesbank Baden-Württemberg lobt den aktuellen Stand als eindrucksvollen Beweis für die Stärke des Arbeitsmarktes, was die Chance einer frühzeitigen Zinswende durch die Fed im März praktisch ausschließt. Selbst nach einer kürzlich stattgefundenen Sitzung der Federal Reserve, bei der die Leitzinsen stabil gehalten wurden, deutete deren Vorsitzender Jerome Powell auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr für mögliche geldpolitische Anpassungen hin und dämpfte Hoffnungen auf eine baldige Lockerung.

Die markanten Äußerungen Powells sorgten bereits für eine gedämpfte Stimmung an den Märkten, doch die starke Reaktion auf den aktuellen Arbeitsmarktbericht zeigte noch tiefere Spuren: Der US-Dollar gewann an Wert gegenüber anderen Währungen, der Euro schwächte sich entsprechend ab. Zudem kletterten die Kapitalmarktzinsen nach oben, was die Erwartung rascher Zinssenkungen dämpft. Der Goldpreis litt unter dem kräftigeren Dollar und den steigenden Zinsen am Kapitalmarkt, während die Börsen mit Negativreaktionen antworteten.