27. Mai, 2024

Politik

Unter Druck: Ukraine-Konflikt zwingt Selenskyj zu Absage internationaler Termine

Unter Druck: Ukraine-Konflikt zwingt Selenskyj zu Absage internationaler Termine

Die Spannungen in der Ostukraine erreichen einen weiteren kritischen Punkt, da russische Streitkräfte im Gebiet Charkiw mit ihrer Offensive fortfahren. Inmitten dieser Entwicklungen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj alle geplanten Auslandsreisen für die kommenden Tage abgesagt. Sein Sprecher, Serhij Nykyforow, kündigte die Maßnahme auf Facebook an, während nach neuen Terminen für die ausgefallenen Besuche gesucht wird. Ein abgesagtes Treffen mit Spaniens König Felipe VI. in Madrid sowie eine Reise nach Portugal gehören zu den Betroffenen des revidierten Terminkalenders des Präsidenten.

Die militärische Situation verschärft sich weiter, nachdem die ukrainische Armee ihre Präsenz in strategischen Positionen angesichts der russischen Offensivaktionen in bestimmten Bereichen verlagern musste. Laut Generalstab sei die Umpositionierung notwendig gewesen, um Verluste zu minimieren und Soldatenleben zu bewahren. Der Konflikt hält allerdings weiter an.

Die USA unterstreichen ihre Unterstützung für die Ukraine. Während eines Besuchs in Kiew gab US-Außenminister Antony Blinken bekannt, dass die Vereinigten Staaten weitere 2 Milliarden US-Dollar für militärische Hilfen bereitstellen werden. Die Mittel dienen dem Erwerb von Waffenlieferungen und Investitionen in die Verteidigungsindustrie der Ukraine sowie der Beschaffung militärischer Ausrüstung aus anderen Ländern. Blinken betont, dass das Ziel sei, der Ukraine zu ermöglichen, sich auf dem Schlachtfeld zu behaupten und sich gegen zukünftige Anschläge zu wappnen.

In einem anderen Konfliktgebiet verzeichnet Russland eigenen Angaben zufolge die Einnahme des südostukrainischen Ortes Robotyne – dies wäre das zweite Mal seit Beginn des Krieges. Unabhängige Bestätigungen für diese Behauptungen stehen noch aus.

Tschechiens frisch gewählter Präsident, Petr Pavel, brachte Zweifel zum Ausdruck, ob es realistisch sei, anzunehmen, dass die Ukraine zeitnah die vollständige Kontrolle über ihre besetzten Gebiete zurückgewinnen könnte. Der ehemalige tschechische Generalstabschef plädierte für ein Ende der Kampfhandlungen sowie für Verhandlungen über eine zukünftige Lösung, welche die Zustimmung beider involvierten Nationen und die Unterstützung von Garantiestaaten erfordern würde.