05. Januar, 2026

Politik

Unruhen im Iran: Sicherheitskräfte warnen vor bewaffneten Ausschreitungen

Im Iran nimmt die aktuelle Protestwelle gegen die Regierung eine besorgniserregende Dimension an, da die Behörden nun vor bevorstehenden "bewaffneten Aufständen" warnen. Diese drastische Einschätzung lässt darauf schließen, dass eine Verschärfung der repressiven Maßnahmen gegen die Demonstrierenden unmittelbar bevorstehen könnte. In einer offiziellen Erklärung betonten die Sicherheitskräfte, dass die Demonstrationen zunehmend in Gewalt umschlagen, und bekräftigten ihre Entschlossenheit, die öffentliche Ordnung im Land aufrechtzuerhalten.

Die Proteste, die durch eine anhaltende Wirtschaftskrise und eine etwaige Hyperinflation angefacht werden, dauern nun seit über einer Woche unvermindert an. Die Regierung gibt nur spärliche Informationen über die Lage vor Ort heraus, obwohl bereits bekannt ist, dass mindestens zehn Personen ums Leben gekommen sind und mindestens 30 Festnahmen erfolgt sind. Unabhängige Aktivisten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächlichen Opferzahlen und Festnahmen wesentlich höher sind und dass die Proteste sich mittlerweile auf das gesamte Land ausgebreitet haben.

Die staatsnahe Nachrichtenagentur Fars, die eng mit den mächtigen Revolutionsgarden verbunden ist, berichtet von koordinierten Angriffen auf öffentliche Einrichtungen im gesamten Landesgebiet. Diese Angriffe sollen angeblich von ausländischen Söldnergruppen ausgehen, die in Verbindung mit sympatisierenden Monarchisten stehen. Der im Exil lebende Reza Pahlavi, Nachkomme des gestürzten Schahs, hat zuvor zur Unterstützung der Protestbewegung aufgerufen, jedoch ist der tatsächliche Einfluss seiner Stellung im Kontext der aktuellen Ereignisse schwer messbar.

Präsident Massud Peseschkian zeigte zunächst Verständis für die Anliegen der Demonstranten und signalierte eine prinzipielle Bereitschaft zu Kompromissen. Doch angesichts der zunehmenden Eskalation rief er im Interesse der nationalen Einheit zu einem sofortigen Ende der Unruhen auf. Gleichzeitig versprach er, sich aktiv für die Implementierung notwendiger Reformen einzusetzen, um die zugrunde liegenden Ursachen der Unzufriedenheit anzugehen. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein, um festzustellen, ob der Aufruf zu Reformen die anhaltenden Spannungen ausreichend mindern kann.