18. Juli, 2024

Politik

Unmut gegen Netanjahu: Proteste für Geisel-Deal im Gaza-Konflikt

Unmut gegen Netanjahu: Proteste für Geisel-Deal im Gaza-Konflikt

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht vor einer Welle öffentlicher Empörung angesichts seiner bisherigen Handlungen im Gaza-Krieg. Die Wiederaufnahme indirekter Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln sorgt landesweit für hitzige Proteste und wachsende Ungeduld.

In einer eindrucksvollen Protestaktion am Abend in Tel Aviv präzisierte eine Mutter die Dringlichkeit: „Neun Monate lang haben Sie die Geiseln im Stich gelassen. Netanjahu - hören Sie auf, es zu verschleppen. Wir wollen sie zu Hause haben, und es liegt an Ihnen, sie nach Hause zu bringen“, rief sie dramatisch, während sie in einem schwarzen Käfig unter einer Straßenbrücke saß. Die Times of Israel berichtete von der mutigen Geste der Demonstrantin, die mit dem Märtyrergedanken auf das Schicksal ihres Sohnes und weiterer rund 120 Geiseln, die von der islamistischen Hamas festgehalten werden, aufmerksam machte. „Es liegt ein Deal auf dem Tisch, der Leben retten kann, und uns alle“, zitierte die Zeitung die verzweifelte Frau weiter.

In Jerusalem kam es parallel zu weiteren Demonstrationen. Tausende Marschierende forderten in der Nähe der Residenz von Netanjahu nicht nur den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über eine mögliche Waffenruhe und Geisel-Freilassung, sondern auch die Abhaltung von Neuwahlen, um politische Veränderungen herbeizuführen. Diese Verhandlungen, vermittelt durch Katar, Ägypten und die USA, sollen diese Woche in Kairo eine Fortsetzung finden.

Hintergrund dieser emotionalen und politischen Aufruhr ist der brutale Überfall am 7. Oktober, als Terroristen der Hamas und anderer Gruppen in Israel eindrangen und 1200 Menschen töteten. Rund 250 weitere wurden in den Gazastreifen als Geiseln verschleppt. Das blutige Ereignis markierte den Beginn des anhaltenden Gaza-Krieges, der seither zahlreiche Leben gefordert und das Land weiter gespalten hat.