28. Februar, 2024

Wirtschaft

Universal Music schaltet im Lizenzgebühren-Streit mit TikTok ab

Universal Music schaltet im Lizenzgebühren-Streit mit TikTok ab

Im Ringen um gerechte Lizenzgebühren zieht Universal Music einen drastischen Schritt und entfernt eigene Songs von der beliebten Video-App TikTok. Die Maßnahme betrifft Chartstürmer wie Taylor Swift und Drake, deren Hits nicht mehr für die Untermalung von Videoclips zur Verfügung stehen – eine Reaktion auf gescheiterte Verhandlungen über eine Verlängerung der Lizenzvereinbarungen mit der Plattform. Für Nutzer und Künstler bringt dieser Schritt merkliche Einschränkungen: Auslaufende Lizenzen münden nun in eine stumme Kulisse für bereits veröffentlichte Videos, die mit den betreffenden Songs unterlegt waren.

Die Fronten sind verhärtet: Universal Music legt dar, dass TikTok lediglich einen Bruchteil üblicher Online-Vergütungen anbietet und zudem eigenständig generierte Musik durch Künstliche Intelligenz fördern möchte. Weiterhin moniert der Musikriese die lückenhafte Pirateriebekämpfung und ineffiziente Prozesse zur Entfernung rechtswidriger Inhalte auf der Videoplattform. TikTok, die ein Klientel von über einer Milliarde Nutzern vorweisen können, hält entgegen und beklagt eine Gierhaltung von Universal, die zu Lasten der Kreativen und Fans gehe.

Die Fronten scheinen verhärtet, und eine baldige Einigung ist nicht in Sicht. Die musikalischen Schatzkammern von Universal Music Publishing Group könnten ebenfalls bald versiegeln – eine Warnung, die für TikTok umfangreiche Folgen haben könnte. Bei allem Disput ist jedoch die zentrale Frage, wer letztlich den Kürzeren ziehen wird: die Nutzer, die Plattform oder die Musiker, deren kreative Werke zum Spielball im Lizenzpoker geworden sind.

Universal Music stammt aus einer Branche, die traditionell mit der Digitalisierung und deren Auswüchsen ringt. Der Eklat setzt ein Zeichen im globalen Kampf um angemessene Vergütungen für künstlerische Arbeit im digitalen Raum. Für TikTok, das vom chinesischen Bytedance-Konzern betrieben wird und sich mit westlichen Investoren meist auf den Cayman-Inseln ansiedelt, könnte es ein Weckruf sein, der zu einer Neubewertung der Verantwortung gegenüber der Kreativwirtschaft zwingt.