19. Mai, 2024

Politik

UN-Sicherheitsrat Drängt auf Klärung von Massengräbern im Gazastreifen

UN-Sicherheitsrat Drängt auf Klärung von Massengräbern im Gazastreifen

Inmitten wachsender internationaler Besorgnis hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Notwendigkeit von Transparenz im Zusammenhang mit den kürzlich entdeckten Massengräbern im Gazastreifen unterstrichen. Das höchste UN-Gremium zeigte sich alarmaufgerüttelt über die Funde, die seit Ende April nahe bedeutender medizinischer Einrichtungen gemacht wurden – konkret in der Nähe des Nasser-Krankenhauses in Chan Junis und des Al-Schifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt. In diesen Gräbern wurden mehrere hundert Leichen entdeckt, was Fragen nach deren Herkunft und den Todesumständen aufwirft.

Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats forderten uneingeschränkten Zugang für Ermittler zu diesen Fundorten, um eine genaue Untersuchung der Vorfälle zu ermöglichen und gegebenenfalls Verantwortlichkeiten gemäß des Völkerrechts zu klären. Der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, zeigte sich im Angesicht der Ereignisse erschüttert und rief zu einer unparteiischen Untersuchung auf. Türk betonte dabei die nach internationalem humanitären Recht gegebene schützende Funktion von Krankenhäusern. Sein Bureau, basierend auf Angaben des Zivilschutzes, der unter Kontrolle der Hamas steht, vermerkte, dass manche der Leichen gefesselt aufgefunden wurden.

Israelische Quellen verneinten die Anschuldigungen, dass israelische Streitkräfte für das Begraben von palästinensischen Leichen verantwortlich seien, und erklärten diese Vorwürfe als grundlos. Israels Militär habe die Gräber lediglich untersucht, in der Absicht, israelische Geiseln aufzufinden. Die Situation bleibt angespannt und die Augen der Weltöffentlichkeit sind auf die Entwicklungen gerichtet, welche die delikate Lage im Nahen Osten weiter beeinflussen könnten.