27. Mai, 2024

Politik

Umstrukturierung im Kreml: Putin entbindet Verteidigungsminister Schoigu von seinen Aufgaben

Umstrukturierung im Kreml: Putin entbindet Verteidigungsminister Schoigu von seinen Aufgaben

In einem überraschenden Zug hat Wladimir Putin, zwei Jahre nach Beginn des Konflikts in der Ukraine, seinen Verteidigungsminister Sergej Schoigu von seinen Pflichten entbunden. Als frisch berufener Nachfolger gibt der ehemalige Vize-Regierungschef Andrej Beloussow sein Debüt auf der politischen Bühne der Verteidigungspolitik. Die Verkündung erfolgte durch die offizielle russische Staatsagentur Tass, die sich dabei auf Informationen des Föderationsrates berief. Eine Erläuterung für den abrupt wirkenden Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums verbleibt dabei im Unsichtbaren.

In letzter Zeit deuteten vermehrt Spekulationen auf eine Ablösung des 68-jährigen Schoigus hin, dessen Amtszeit bis in das Jahr 2012 zurückreicht. Erst kürzlich löste die Verhaftung seines Stellvertreters Timur Iwanow, der Korruptionsanschuldigungen gegen sich gerichtet sah, Unruhe im militärischen Zirkel aus. Die Vorkommnisse ließen Beobachter auf interne Rangeleien im Machtgefüge des Militärs und des Sicherheitssektors schließen.

Der bisherige Verteidigungsminister wechselt im Rahmen der Umbesetzung auf den Posten des Sekretärs des Nationalen Sicherheitsrates, eine Position, die zuvor Nikolai Patruschew innehatte. Welche neuen Aufgaben Patruschew perspektivisch übernehmen wird, bleibt gemäß Kremlsprecher Dmitri Peskow Gegenstand einer bevorstehenden Bekanntgabe.

Mit dem 65-jährigen Beloussow betritt ein langjähriger ökonomischer Berater Putins und erfahrenes Mitglied der Regierung das Terrain der Verteidigungsstrategie. In seiner politischen Laufbahn verzeichnet Beloussow auch eine kurzzeitige Phase als kommissarischer Regierungschef im Jahr 2020, während Michail Mischustin aufgrund einer Corona-Erkrankung seine Aufgaben vorübergehend niederlegen musste.