25. Februar, 2024

Wirtschaft

Umstrukturierung bei Bayer schreitet voran – Weniger Manager, mehr Kundenfokus

Umstrukturierung bei Bayer schreitet voran – Weniger Manager, mehr Kundenfokus

Bei dem Leverkusener Traditionsunternehmen Bayer nimmt die groß angelegte Umstrukturierung weiter Gestalt an. Unter der Leitung ihres neuen Vorstandsvorsitzenden Bill Anderson, der seit Juni die Geschicke des Konzerns lenkt, sind bereits erste Umstrukturierungen der Abteilungen erfolgt, wie Personalchefin Heike Prinz mitteilte. Das Ziel ist dabei, bis Ende des Jahres den größten Teil des Vorhabens umgesetzt zu haben.

Die Neuausrichtung umfasst eine Straffung des Managements, was bereits zur Ankündigung von Stellenkürzungen geführt hat. Bayer möchte effizientere Prozesse schaffen und die Entscheidungsfindung vereinfachen. Konkret bedeutet das weniger Koordinierungsaufwand und somit weniger Managementebenen, die sich gegenseitig überwachen – eine reduzierte Anzahl an 'Managern, die Manager managen', um es mit den Worten von Prinz auszudrücken.

Anderson pocht darauf, dass die Umstrukturierung nicht nur zu einer Verschlankung der Unternehmensstruktur führen soll, sondern auch zu schnelleren Innovationszyklen und einem verbesserten Kundenservice beiträgt. Durch die Entfernung von Rollen, die nicht direkt zum Kundennutzen beitragen, soll es ebenfalls zu Kostensenkungen kommen.

Die Lage des Konzerns mit seinen derzeit rund 100.000 Beschäftigten ist indes herausfordernd. Belastungen ergeben sich unter anderem durch Rechtsstreitigkeiten in den USA, die sich um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat und die Umweltchemikalie PCB, die bereits seit Jahrzehnten verboten ist, drehen. Ein weiteres Problemfeld bildet der Patentablauf bisheriger erfolgreicher Medikamente. Hinzukommt das Scheitern einer wichtigen Medikamentenstudie Ende 2023, was den Aktienkurs des Konzerns zusätzlich unter Druck setzte.