Die Absatzzahlen in den USA und China sind alarmierend eingebrochen
Der weltweit zweitgrößte Spirituosenkonzern Pernod Ricard steht unter massivem Druck. In den sechs Monaten bis Ende Dezember verzeichnete das Unternehmen einen organischen Umsatzrückgang von 5,9 Prozent auf nur noch 5,25 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sackte parallel dazu um 7,5 Prozent ab, was die Dringlichkeit der Lage unterstreicht.
Besonders betroffen sind die Premium-Segmente, darunter Martell-Cognac und Absolut-Wodka. In den beiden wichtigsten Absatzmärkten, den USA und China, kämpft der Konzern an zwei Fronten: Die Verbraucher üben sich in deutlicher Kaufzurückhaltung, während gleichzeitig die Händler ihre Lagerbestände aggressiv abbauen.
Diese Kombination aus sinkender Endkundennachfrage und reduziertem Händlervolumen trifft die Bilanz hart. Die Abhängigkeit von diesen Schlüsselregionen erweist sich in der aktuellen makroökonomischen Phase als signifikantes Risiko für die Franzosen.

Eine leichte Erholung deutet sich durch die Dynamik in Indien an
Trotz der ernüchternden Halbjahresbilanz identifizieren Analysten erste Anzeichen einer Bodenbildung. Die Abwärtsdynamik hat sich im Zeitverlauf verlangsamt: Während der Umsatz im ersten Quartal noch um 7,6 Prozent einbrach, lag das Minus im zweiten Quartal nur noch bei fünf Prozent.
Lichtblicke liefern vor allem der indische Markt und der wiedererstarkende Reise-Einzelhandel (Travel Retail). Diese Segmente performen besser als der Durchschnitt und federn den Gesamtabsturz derzeit zumindest teilweise ab.
Das Management hat das laufende Geschäftsjahr 2026 folgerichtig als „Übergangsjahr“ klassifiziert. Die Strategen in Paris rechnen fest mit einer spürbaren Belebung der Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte.
Ein radikales Sparprogramm soll die Profitabilität bis 2029 sichern.
Um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten, hat Pernod Ricard drastische Maßnahmen angekündigt. Ein groß angelegtes Effizienzprogramm soll bis zum Jahr 2029 Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro realisieren.
„Wir wollen die operative Marge so weit wie möglich verteidigen“
Mit dieser Strategie will der Konzern die Zeit der Nachfrageschwäche überbrücken. Das langfristige Ziel bleibt ambitioniert: Pernod Ricard peilt nach der Konsolidierung wieder ein jährliches organisches Umsatzwachstum zwischen drei und sechs Prozent an.


