29. Februar, 2024

Politik

Ukraine setzt auf elektronische Kampfführung gegen Drohnenangriffe

Ukraine setzt auf elektronische Kampfführung gegen Drohnenangriffe

Im Angesicht verstärkter Drohnenangriffe durch Russland, bekräftigt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Willen zur Intensivierung der elektronischen Kampfführung. Selenskyj unterstrich in seiner Videobotschaft vom Sonntagabend die Wichtigkeit dieser Maßnahme und kündigte an, mehr Regionen der Ukraine mit entsprechenden Systemen auszurüsten. Diese Initiative zählt zu den obersten Prioritäten des Jahres. Über 40 Drohnen wurden allein in der vorangegangenen Nacht vom ukrainischen Luftabwehrsystem zerstört, und insgesamt 359 derartige Flugobjekte konnten seit Jahresbeginn abgefangen werden. Durch die hohe Treffsicherheit der Luftverteidigung, effektive elektronische Kampftechniken und der Unterstützung durch Alliierte konnten zahlreiche Leben bewahrt werden. Die Bedeutung solcher Systeme rückt immer mehr in den Vordergrund, da beide Konfliktparteien ihre Drohnenproduktion signifikant erhöhen wollen, um auf die intensiven gegnerischen Angriffe zu reagieren. Die Ukraine, die sich seit fast zwei Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg behauptet, setzt zur Verteidigung unter anderem auf westliche Flugabwehrsysteme. Eine weitere Verstärkung dieser Systeme wird von der ukrainischen Regierung gefordert, um die städtischen Regionen besser zu schützen und die Lufthoheit über eigenes Territorium wiederzuerlangen. Nächtliche Angriffe setzen sich fort: In der Nacht zum Montag kam es erneut zu russischen Angriffen mittels Drohnen und Raketen. Luftalarme wurden vielerorts ausgelöst. In Charkiw verzeichneten örtliche Behörden Explosionen, wobei zunächst keine Informationen über eventuelle Opfer verfügbar waren. Charkiw war bereits in der vorherigen Nacht Ziel eines Drohnenangriffs gewesen, bei dem sieben Menschen ihr Leben verloren. Aus Moldau wurden zudem Fundstücke einer russischen Kamikaze-Drohne in der Nähe der Gemeinde Etulia, direkt an der Grenze zur Ukraine, gemeldet. Der moldauische Grenzschutz versicherte, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen seien getroffen worden. Es wird vermutet, dass es sich um die Überreste einer von der ukrainischen Flugabwehr abgeschossenen Drohne handelt. Auf europäischer Ebene wird die Lage in der Ukraine ebenfalls thematisiert: Die Außenministerin Annalena Baerbock und ihre Amtskollegen aus Frankreich und Polen beraten im Schloss de la Celle bei Paris über die zukünftige Unterstützung für die Ukraine. Im Rahmen des sogenannten Weimarer Dreiecks werden Themen wie Frieden, Sicherheit und Souveränität in Europa fokussiert. Das Format dient auch der Diskussion über russische Desinformation und Angriffe auf demokratische Systeme. Das Weimarer Dreieck, ins Leben gerufen 1991, erlebt mit den aktuellen Ressortchefs seine erste Zusammenkunft in dieser Zusammensetzung. Was am Montag auf der Agenda steht: Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Verteidigungsbemühungen im Osten und Süden des Landes fort und arbeiten daran, ihre Abwehranlagen gegen die russischen Truppen voranzutreiben.