19. Mai, 2024

Wirtschaft

Überstunden in Deutschland nehmen leicht ab – Unbezahlte Arbeitsleistung weiterhin hoch

Überstunden in Deutschland nehmen leicht ab – Unbezahlte Arbeitsleistung weiterhin hoch

Das Phänomen der Überstunden bleibt in der deutschen Arbeitswelt auch im Jahr 2023 ein prägendes Thema. Laut den jüngsten Erhebungen haben die Beschäftigten in Deutschland insgesamt etwa 1,3 Milliarden Überstunden angesammelt, von welchen rund 775 Millionen Stunden nicht entlohnt wurden. Diese Zahl, basierend auf Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), fällt im Vergleich zum Vorjahr geringer aus. 2022 standen noch rund 1,4 Milliarden Überstunden zu Buche, was bedeutet, dass die Gesamtzahl der Überstunden im Jahr 2023 um annähernd 100 Millionen zurückgegangen ist.

Die durch Überstunden generierte Arbeitsleistung ließe sich auf rund 835.000 Vollzeitstellen ummünzen, mit einem Durchschnitt von 31,6 Überstunden pro Beschäftigtem im letzten Jahr. Hiervon entfielen 18,4 Stunden auf unbezahlte Arbeit. Trotz dieser leichten Abnahme bleiben unbezahlte Überstunden ein kritischer Engpass für die Arbeitnehmerschaft, denn sie repräsentieren ein Volumen von Lohnkosten in Milliardenhöhe, das den Beschäftigten vorenthalten wird. Diese Praktik führt zudem zu erhöhtem Druck auf die Arbeitnehmer, erhöhten Arbeitszeiten und kontinuierlichen Flexibilitätsanforderungen, wie die Kritik der Linken-Abgeordneten Susanne Ferschl deutlich macht.

Mit diesem Einblick in die Überstundenstatistik spiegelt sich die andauernde Diskrepanz zwischen betrieblicher Praxis und den Bedürfnissen der Beschäftigten wider. Unternehmen sind aufgefordert, faire Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter zu respektieren, um nachhaltige Produktivität zu fördern und die Zufriedenheit im Berufsleben zu steigern.