24. Juni, 2024

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Überraschender US-Arbeitsmarktbericht lässt DAX kalt

Überraschender US-Arbeitsmarktbericht lässt DAX kalt

Ein unerwartet starker US-Arbeitsmarktbericht hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag nur geringfügig beeinflusst. Der bereits im frühen Handel schwächer tendierende DAX fiel unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten auf sein Tagestief, erholte sich jedoch rasch und verringerte die Verluste im späteren Handel. Letztendlich sank der Leitindex um 0,51 Prozent auf 18.557,27 Punkte, verbuchte aber dennoch einen Wochengewinn von rund 0,3 Prozent. Der MDAX mit mittelgroßen Werten schloss am Freitag 0,62 Prozent tiefer bei 26.861,07 Punkten.

Die US-Wirtschaft schuf im Mai deutlich mehr Arbeitsplätze als erwartet, und das Lohnwachstum beschleunigte sich erheblich. Allerdings stieg die Arbeitslosenquote überraschend um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Laut Thomas Altmann von QC Partners sendet der Arbeitsmarktbericht gemischte Signale. Diese Kombination könnte die Federal Reserve aufhalten, Zinssenkungen vorzunehmen, sodass Anleger möglicherweise erst im Dezember einen ersten US-Zinsschritt sehen werden, anstatt im September.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bereits am Vortag zum ersten Mal seit 2019 die Zinsen gesenkt, wodurch die Markterwartungen erfüllt wurden. Jürgen Molnar von RoboMarkets meint, dass das Überraschungspotenzial gering war und die Anleger den Schritt der EZB mit einem Schulterzucken quittierten, ohne Anzeichen für künftige Zinssenkungen.

Auch an den wichtigsten europäischen Börsen gingen die Kurse bis zum Wochenschluss zurück. Der EuroStoxx 50 sank um 0,35 Prozent auf 5051,31 Punkte. Der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London verloren jeweils etwa 0,5 Prozent. In den USA notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss etwa 0,2 Prozent höher.

Qiagen stoppte sein PCR-Testsystem Neumodx wegen rückläufiger Nachfrage. Diese Entscheidung dürfte sich positiv auf die Profitabilität des DAX-Konzerns auswirken. Die Aktien stiegen um 0,5 Prozent, obwohl ein Händler vor hohen Umstrukturierungskosten warnte.

Immobilienwerte standen nach der Zinssenkung der EZB weiter unter Druck. Morgan-Stanley-Analyst Bart Gysens sieht wenig Chancen auf kurzfristige Kurstreiber und stufte Vonovia auf „Underweight“ herab, während er für LEG die Kaufempfehlung strich. Vonovia-Aktien verloren am DAX-Ende 7,2 Prozent, LEG fiel im MDAX um 5,0 Prozent. Auch Aroundtown und TAG gerieten unter Druck.

Infineon profitierte von einem positiven Analystenkommentar und stieg um 3,7 Prozent. Exane BNP Paribas erhöhte das Kursziel auf 53 Euro, was ein Potenzial von über 40 Prozent andeutet.

Airbus-Aktien sanken um 2,2 Prozent, da Sorgen um das Auslieferungsziel zunahmen. Im Mai lieferte der Flugzeugbauer nur 53 Passagierjets aus, und nach fünf Monaten bleibt das Jahresziel von 800 Maschinen in unsicherer Reichweite, trotz positiver Einschätzungen von Analyst Yan Derocles.

Im SDAX verzeichneten die DWS-Aktien einen Kursverlust von 16 Prozent, größtenteils aufgrund der Ausschüttung einer ordentlichen sowie einer Sonderdividende.

Am Devisenmarkt fiel der Euro nach den positiven US-Jobdaten und notierte zuletzt bei 1,0804 US-Dollar, während die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,0898 Dollar festlegte.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,59 Prozent auf 2,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,29 Prozent auf 123,83 Punkte, während der Bund-Future um 0,10 Prozent auf 130,53 Zähler nachgab.