19. Mai, 2024

Wirtschaft

Überraschender Mobilfunkaufschwung treibt Telekom-Ergebnisse

Überraschender Mobilfunkaufschwung treibt Telekom-Ergebnisse

Die Deutsche Telekom meldet einen erfolgreichen Start in das neue Geschäftsjahr und übertrifft mit einem beachtlichen Zuwachs an Mobilfunkkunden sowie einem Gewinn, der die Erwartungen der Analysten übersteigt, die Vorhersagen. Konzernchef Tim Höttges zeigte sich zuversichtlich, dass die gesetzten Jahresziele erreicht werden. Trotz positiver Kennzahlen reagierte die Börse im vorbörslichen Handel mit einem leichten Rückgang des Aktienkurses.

In Bonn teilte die Telekom mit, dass man nach Abzug von Kündigungen 281.000 neue Vertragskunden gewinnen konnte. Der Service-Umsatz, der hauptsächlich aus Sprach- und Datenübertragungen besteht und als gewinnträchtiger gilt als der Verkauf von Hardware, wuchs um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung zeichnet sich als deutlich stärker ab, als von Marktexperten prognostiziert wurde.

Die wachsende Nachfrage im Geschäftskundenbereich und erfolgreiche Bündelangebote, die auch Konkurrenten wie Vodafone und Telefonica Deutschland nutzen, um Rabatte bei Vertragsabschlüssen mehrerer Produkte zu ermöglichen, spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Das Wachstum im Breitbandsegment zeigte sich hingegen verhaltener. Hier erzielte die Telekom nur 39.000 Neuzugänge, was hinter den Ergebnissen des Vorjahres und den Erwartungen der Analysten zurückbleibt. Auch Telefonica Deutschland sah sich mit einem gebremsten Kundenzuwachs konfrontiert, während Vodafone den Rückgang im Breitbandbereich etwas begrenzen konnte.

Auf Konzernebene verzeichnete die Telekom einen Umsatzanstieg im ersten Quartal von 0,4 Prozent auf rund 27,9 Milliarden Euro. Dieser moderate Anstieg erklärt sich durch die strategische Ausrichtung der Tochtergesellschaft T-Mobile US auf werthaltige Serviceerlöse und den Übergang vom Leasing zum Ratenkauf bei Mobilfunk-Endgeräten. Ohne Währungs- und Portfolioeffekte lag das Umsatzwachstum bei 1,6 Prozent.

Angetrieben durch Effizienzsteigerungen stieg das bereinigte Ebitda AL um 5,1 Prozent. Der Nettogewinn belief sich auf rund zwei Milliarden Euro, während im Vorjahr noch ein außergewöhnlicher Ertrag durch den Verkauf des Funkturmbetriebs erzielt wurde. Auch hier übertraf die Telekom die Durchschnittsschätzungen der Analysten.

Entgegen der erhöhten Prognose von T-Mobile US behält Tim Höttges die Ziele für das Gesamtjahr bei. Erwartet werden ein operativer Gewinn von etwa 42,9 Milliarden Euro und ein Free Cashflow von ungefähr 18,9 Milliarden Euro. Für 2023 wurde ein bereinigtes Ebitda von rund 40,5 Milliarden Euro und ein Mittelzufluss von 16,1 Milliarden Euro erzielt. Für das nächste Jahr soll das bereinigte Ergebnis je Aktie auf über 1,75 Euro steigen, nachdem im Vorjahr 1,60 Euro verbucht wurden.