18. Juli, 2024

Wirtschaft

Überraschender Anstieg der britischen Immobilienpreise im Juni

Überraschender Anstieg der britischen Immobilienpreise im Juni

Der britische Immobilienmarkt zeigt überraschende Anzeichen der Stabilisierung. Neue Daten von Nationwide belegen, dass die Immobilienpreise im Juni um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sind. Dies folgt einem Anstieg von 0,4 Prozent im Mai und Rückgängen in den Monaten März und April.

Dieser Anstieg hat den durchschnittlichen Immobilienpreis auf £266.604 gehoben, was einer Steigerung von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Analysten hatten lediglich eine monatliche Kontraktion von 0,1 Prozent und eine jährliche Zunahme von 1,1 Prozent prognostiziert. Michelle Stevens, Hypothekenexpertin bei finder.com, kommentierte: "Der Markt scheint sich in Erwartung niedrigerer Zinssätze zu stabilisieren."

Die britische Inflationsrate sank im Mai auf das von der Bank of England angestrebte Ziel von 2 Prozent. Dies stärkt die Marktmeinung, dass die Bank ihre Zinssätze bald von ihrem 16-Jahres-Hoch von 5,25 Prozent senken könnte.

Im Sommer 2022 erreichten die Immobilienpreise mit £274.000 ihren Höchststand, fielen jedoch in den folgenden Monaten aufgrund steigender Kreditkosten. In der zweiten Hälfte des Jahres 2023 erholten sich die Preise nach einer Lockerung der Hypothekenzinsen, schwankten jedoch 2024 wieder aufgrund erhöhter Dienstleistungsinflation.

Nationwide stellte bedeutende regionale Unterschiede bei den Immobilienpreisen fest. Während Nordirland und Nordwestengland mit einem Anstieg von 4,1 Prozent glänzten, verzeichneten der Südwesten und Ostanglien Rückgänge von 1,5 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent. In London stiegen die ohnehin höchsten Immobilienpreise des Landes um 1,6 Prozent auf durchschnittlich £525.248.

Tom Bill von Knight Frank bemerkte, dass der saisonale Frühjahrsaufschwung in diesem Jahr weniger stark ausgefallen sei, was auf hohe Hypothekenzinsen und Unsicherheiten bezüglich der bevorstehenden Parlamentswahlen zurückzuführen sei. "Eine neue Regierung und der erste Zinsschnitt seit März 2020 könnten nach dem Sommer jedoch einen positiven Impuls geben", ergänzte er.