19. Mai, 2024

Wirtschaft

Überraschender Anstieg der Arbeitslosenanträge in den USA sorgt für Unruhe

Überraschender Anstieg der Arbeitslosenanträge in den USA sorgt für Unruhe

Über den großen Teich weht ein kühler Wirtschaftswind: Jüngste Zahlen aus dem US-Arbeitsministerium lösen Unbehagen aus. Dort wurde ein unerwartet deutlicher Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe verzeichnet. Die äußerst dynamische Entwicklung sorgt für Stirnrunzeln, immerhin kletterten die Anträge in der letzten Woche um 22.000 auf den Wert von 231.000 – ein Höhepunkt, der seit dem vergangenen August nicht mehr erreicht wurde. Experten hatten lediglich mit einem moderaten Anstieg auf 212.000 Gesuche gerechnet.

Diese Zahl ist weit mehr als eine statistische Größe, sie kündet von einer möglichen Eintrübung des bislang starken Arbeitsmarktes in den Vereinigten Staaten. Wöchentlich veröffentlichte Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten unter Ökonomen als Indikatoren, die besonders zeitnah die Gesundheit des Arbeitsmarktes abzubilden vermögen. Auch der vor einer Woche herausgegebene Monatsbericht zum Arbeitsmarkt deutete bereits in die Richtung, dass sich die Hochkonjunktur am Arbeitsmarkt abschwächen könnte – eine Beobachtung, die Marktbeobachtern nicht entgangen ist.

In diesem Kontext steht die US-Notenbank Fed in einem besonderen Fokus. Sie hat die Verantwortung, über den Leitzins zu wachen und trifft ihre Entscheidungen auch unter Berücksichtigung des Arbeitsmarktes. Denn Schwankungen hier können unmittelbare Einflüsse auf das Preisniveau und somit auf die Inflationsraten haben. Bislang hielt die Fed den Leitzins auf einem hohen Niveau. Durch die anhaltende Inflation und die neuesten Signale vom Arbeitsmarkt mehren sich jedoch die Zweifel, dass es zu einer baldigen Zinssenkung kommen könnte – ein Szenario, das Investoren und Wirtschaftsstrategen gleichermaßen vor neue Fragen stellt.