Mit dem Abschluss der Abstimmungen der US-Wahlleute in den Bundesstaaten steht der Amtsübernahme des künftigen US-Präsidenten Donald Trump nichts mehr im Wege. Zum Auftakt gaben die Wahlleute in Maryland ihre Stimmen für Kamala Harris ab, die dort am 5. November gewann. Im Laufe des Tages stimmten insgesamt 538 Wahlleute landesweit ab, wobei Trump 312 Stimmen erhielt, während Harris auf 226 kam. Überraschungen blieben aus, da dieses Prozedere als reine Formalität gilt.
Die Wahlzettel, die von den Wahlleuten ausgefüllt wurden, werden an Vizepräsidentin Harris in ihrer Funktion als Präsidentin des Senats übermittelt. Weitere Kopien gehen an den Staatssekretär des jeweiligen Staates und an das Nationalarchiv in Washington. Das offizielle Ergebnis wird am 6. Januar im Kongress bekanntgegeben, gefolgt von Trumps Amtseinführung am 20. Januar.
Donald Trump erzielte einen klaren Sieg gegen Harris im November und war der erste Republikaner seit George W. Bush, der die absolute Mehrheit der Wählerstimmen gewann – ein bemerkenswerter Erfolg in einem Wahlleutegremium, das nach dem "Winner takes all"-Prinzip funktioniert. Dieses System ermöglicht es, dass ein Präsident trotz geringerer landesweiter Wählerstimmen gewählt wird.
Bei einer umfangreichen Pressekonferenz in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida nahm Trump Stellung zu innen- und außenpolitischen Themen. Seine Antworten wirkten unstrukturiert, da er häufig abschweifte und persönliche Anekdoten einflocht. Zum Thema Einwanderung bekräftigte Trump seinen Kurs der Massenabschiebungen und deutete die Fortführung des Mauerbaus zu Mexiko an.
Zum Ukraine-Konflikt erklärte Trump die Entscheidung des amtierenden Präsidenten Biden, ukrainische Angriffe auf russisches Staatsgebiet zu erlauben, als unklug und schloss nicht aus, diesen Beschluss zu revidieren. Im Nahost-Konflikt hob er die Bedeutung der Türkei hervor, blieb jedoch Antworten zu militärischen Überlegungen gegen Iran schuldig. Sein Gespräch mit Israels Premier Netanjahu schilderte er als positiv.
Mit den gleichzeitig abgehaltenen Kongresswahlen konnten die Republikaner ihre Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus behaupten, was Trump eine starke Ausgangsposition für seine Amtszeit beschert. Es bleibt offen, ob er künftig vermehrt den Schulterschluss mit republikanischen Führungspersonen sucht oder eine unabhängige Linie einschlägt.