Der designierte US-Präsident Donald Trump hat eine Klage gegen die Des Moines Register eingereicht. Der Vorwurf: Manipulation bei einer Umfrage, die kurz vor der Wahl einen Vorsprung der demokratischen Kandidatin Kamala Harris von drei Prozentpunkten ausweisen sollte. Trumps Klage unterstellt eine gezielte Einflussnahme auf die Wählermeinung seitens der Zeitung und ihres ehemaligen Chef-Meinungsforschers J. Ann Selzer. Es werden nicht bezifferte Schadensersatzforderungen sowie ein Verbot für irreführende Praktiken bei Umfragen beantragt.
Die Des Moines Register verteidigte ihre Berichterstattung und wies die Klage als unbegründet zurück. Selzer wiederum verzichtete auf einen Kommentar.
Diese Klage kommt nur wenige Tage nachdem ABC News eine von Trump angestrengte Verleumdungsklage mittels einer 15-Millionen-Dollar-Spende und öffentlicher Entschuldigung beilegte. Dies führte zu weiteren rechtlichen Auseinandersetzungen mit Medienunternehmen; so auch gegen Simon & Schuster, die in einem anhängigen Verfahren angegriffen werden. Trumps Anwälte verwiesen auf das ABC-Übereinkommen in ihren Schreiben an das Gericht und zeigten sich dabei optimistisch, dass es Simon & Schuster ebenfalls dazu bewegen könnte, seinem Beispiel zu folgen.
Rechtsexperten warnen vor den möglichen Auswirkungen dieser Klagen auf die Berichterstattung der neuen Regierung, auch wenn der journalistische Schutz vorerst stabil bleibt.