Donald Trump, der zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten, erhöht den Druck auf Medienunternehmen und zieht auch in Erwägung, Social-Media-Influencer und andere wegen Verleumdung zu verklagen. Diese Ankündigung kommt nur wenige Tage nachdem ABC News, im Besitz der Walt Disney Company, einer Klage von Trump mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an seine Präsidentenbibliothek beilegte.
Rechtsexperten warnen nun vor möglichen Auswirkungen auf die Berichterstattung über die neue Regierung, obwohl der rechtliche Schutz für Journalisten weiterhin als stark gilt. Roy Gutterman, Professor für Kommunikation an der Syracuse University, betont, dass die Gefahr, rechtlichen Schutz zu untergraben, zu einer weniger aggressiven Berichterstattung führen könnte.
Die ABC-Einigung wird als potenzielles Beispiel eines Medienunternehmens angesehen, das Vergeltungsmaßnahmen der Trump-Administration fürchtet. Der hohe Preis für Rechtsstreitigkeiten könnte ebenfalls eine Rolle bei der Entscheidung des Netzwerks gespielt haben.
Trump, der das Jury-Urteil anfechtet und eine entsprechende Klage von E. Jean Carroll bestreitet, reagierte auch auf eine Umfrage der Des Moines Register, die zeigte, dass Vizepräsidentin Kamala Harris in Iowa führt. Diese bezeichnete er als "Betrug" und "Wahleingriff". Zusätzlich verfolgt er einen Rechtsstreit mit CBS News, indem er eine Milliarde Dollar Schadensersatz fordert, da ihrer Ansicht nach ein Interview mit Harris irreführend geschnitten worden sei. CBS hat die Klage als "vollkommen unbegründet" zurückgewiesen.
Dennoch bleiben Trumps rechtliche Herausforderungen aufgrund der rigorosen US-amerikanischen Standards für Verleumdungen gegen öffentliche Persönlichkeiten schwierig. Selbst wenn seine Klagen scheitern, könnten sie Medienunternehmen erheblich belasten, indem interne Kommunikation öffentlich aufgedeckt und Journalisten und Führungskräfte durch Vernehmungen belastet würden.