19. Mai, 2024

Wirtschaft

Trainersuche bei Bayern München: Eine Odysee der Absagen

Trainersuche bei Bayern München: Eine Odysee der Absagen

Bayern München navigiert durch ein unwegsames Gelände, in dem sich die Suche nach einem neuen Cheftrainer mehr als herausfordernd gestaltet. Nach der Verkündung des Abschieds von Thomas Tuchel sollte eigentlich Ralf Rangnick, seines Zeichens Manager des österreichischen Nationalteams, das Steuer übernehmen. Doch bereits zu Monatsbeginn entschied sich Rangnick dagegen, womit er der vierte Kandidat war, der die Bayern im Regen stehen ließ.

Die Münchner mussten feststellen, dass auch andere Kandidaten ihre Zelte nicht abbrechen wollen. Julian Nagelsmann bleibt beim deutschen Nationalteam, und Xabi Alonso sieht seine Zukunft weiterhin bei Bayer Leverkusen, wo er den Bundesligatitel verteidigen möchte. Ein weiterer Hoffnungsträger, Unai Emery vom englischen Club Aston Villa, zeigte ebenfalls kein Interesse an einem Wechsel. Villa baute seine Fußballabteilung um Emery auf und bot ihm somit eine komfortable Heimat, mit Freunden an seiner Seite und einem auf ihn abgestimmten, spanischsprachigen Trainerstab.

Für Rangnick, dessen Entscheidung gegen das Angebot der Bayern als besonders überraschend empfunden wurde, wären die Rahmenbedingungen bei den Bayern mehr als attraktiv gewesen. Ein Team am Zenit seiner Erfolge anzuführen und gleichzeitig zu verjüngen, hätte seine Kompetenzen zweifelsohne ins beste Licht gerückt. Ihm wären weitreichende Befugnisse gewährt worden, um über Jahre hinweg die Neuausrichtung zu leiten, gemeinsam mit etablierten Größen wie dem Sportdirektor Christoph Freund und Max Eberl sowie Jochen Sauer, dem Leiter der Jugendentwicklung bei Bayern.

Doch letztlich war es Rangnicks Bindung zu Österreich, die ihm den Verbleib bei seinem Team schmackhafter erscheinen ließ. Im internationalen Spielplan fand er den ihm zusagenden Rhythmus und sah im bevorstehenden Europameisterschaftsturnier eine Aufgabe, die er nicht unvollendet lassen wollte.

Die Bayern hingegen bleiben auf ihrer Odysee der Absagen, denn auch der Versuch, Oliver Glasner von Crystal Palace loszueisen, scheiterte kürzlich, trotz eines üppigen Abfindungspakets, das die Bayern bereit waren, zu zahlen. Crystal Palace wies das Angebot jedoch zurück. Auch Gerüchte um das Interesse an Erik ten Hag von Manchester United wurden nicht weiter kommentiert.

Bayern München steht somit vor einem Paradoxon: ein gigantischer Club, der sich auf dem Transfermarkt traditionell mächtig und entschlossen zeigt, wirkt nun, wenn es um die Rekrutierung eines neuen Trainers geht, merkwürdig zaghaft und erfolglos.