19. April, 2024

Wirtschaft

Traditionsknick im deutschen Fußball: Söder moniert Wechsel von Adidas zu Nike

Traditionsknick im deutschen Fußball: Söder moniert Wechsel von Adidas zu Nike

In einer bemerkenswerten Liaison aus Sport und Politik hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder offen seine Enttäuschung über den kürzlich vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) angekündigten Ausstatterwechsel geäußert. Söder spricht von einem folgenschweren Schnitt in einer seit dem WM-Sieg 1954 währenden 'Erfolgsgeschichte' – eine Epoche, die für Deutschland weit mehr als bloße Spielzeiten bedeutete und nationales Selbstbewusstsein stärkte. Laut Söder sei es nicht nur schade, sondern auch unverständlich, dass sich der DFB entschieden hat, die Zusammenarbeit mit Adidas zu beenden und zum Konkurrenten Nike zu wechseln.

Ab 2027 wird das amerikanische Unternehmen Nike nach Ablauf des Vertrags mit Adidas für die Ausstattung aller deutschen Nationalteams verantwortlich sein – eine Partnerschaft, die bis 2034 angesetzt ist. Obgleich gewöhnlich derartige Wechsel im Sportartikel-Segment nicht ungewöhnlich sind, trifft dieser besondere Fall auf spürbaren politischen Widerstand.

Söder findet deutliche Worte, die eine Mischung aus Lokalpatriotismus und wirtschaftlichem Traditionalismus spiegeln: Die Entscheidung des DFB erscheint ihm als ein Verrat an 'Heimat pur' und unterminiert seiner Meinung nach die Bedeutung des deutschen Fußballs, der über Jahrzehnte auch ein fester Bestandteil der deutschen Wirtschaftsgeschichte war. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Adidas seinen Stammsitz in Bayern hat. Söder betont die Notwendigkeit von Konstanz und Geradlinigkeit, welche der DFB seiner Meinung nach hätte beweisen sollen, statt sich den 'internationalen Konzernkämpfen' hinzugeben und dem 'Kommerz' nachzugeben.

Ein emotionales Statement unterstreicht er durch das Bild des Siegermoments von 2014, auf dem der Fußballspieler Bastian Schweinsteiger stolz den WM-Pokal in den Himmel reckt – klassisch in den 'drei Streifen' von Adidas.

Finanziell betrachtet wird das Engagement von Nike beim DFB ein extremes Investment, wie Berichte des Handelsblatts – unter Verweis auf Insiderinformationen – nahelegen: Mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr soll Nike für die Ausrüstung bereitstellen. Auch andere Spitzenpolitiker, so vermelden es Medien wie die Bild-Zeitung, unter ihnen Wirtschaftsminister und Vize-Kanzler Robert Habeck, schließen sich der kritischen Meinung Söders zum Ausrüsterwechsel an.