14. April, 2024

Wirtschaft

Tierwohl im Fokus: Mehrheit der Deutschen bereit für Fleisch aus besserer Haltung tiefer in die Tasche zu greifen

Tierwohl im Fokus: Mehrheit der Deutschen bereit für Fleisch aus besserer Haltung tiefer in die Tasche zu greifen

Die Deutschen zeigen sich zunehmend sensibilisiert für das Thema Tierwohl, wie eine aktuelle Erhebung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov offenbart. Eine überwiegende Mehrheit der Verbraucher signalisiert Bereitschaft, Aufpreise für Fleisch aus besserer Tierhaltung zu akzeptieren. 58 Prozent der Studienteilnehmenden würden dem Tierwohl zuliebe mehr Geld ausgeben, während ein Viertel der Befragten sich gegen höhere Kosten ausspricht.

Interessanterweise variieren die Einstellungen zur Preisbereitschaft in Abhängigkeit von verschiedenen Verbrauchersegmenten. Männer sowie die Altersgruppe der über 44-Jährigen zeigen sich preisbewusster, hier verneinen jeweils 31 beziehungsweise 28 Prozent die Akzeptanz von Kostensteigerungen im Gegensatz zu Frauen und jüngeren Konsumenten unter 25 Jahren, bei denen 20 Prozent weniger zahlen möchten. Ein Blick auf das verfügbare Haushaltseinkommen bringt zutage, dass Verbraucher mit höherem Einkommen, die über 3000 Euro netto verfügen, zu 67 Prozent offen dafür sind, mehr für das Tierwohl zu zahlen. Bei mittleren Einkommensklassen (1500 bis 3000 Euro) sinkt die Zahlungsbereitschaft auf 56 Prozent und unter dieser Schwelle sogar auf 49 Prozent.

Die Umfrage, an der immerhin rund 11.400 Personen teilnahmen, spiegelt nahezu identische Werte wie eine ähnlich gelagerte Erhebung vor eineinhalb Jahren wider. Damals erklärten sich 59 Prozent der Befragten bereit, für Fleisch aus besserer Haltung mehr zu entrichten, gegenüber 23 Prozent, die dies ablehnten.

Im Einzelhandel zeichnet sich bereits eine Reaktion auf das sich wandelnde Verbraucherbewusstsein ab: Mehrere Supermarktketten und Discounter planen, ihre Fleischprodukte sukzessive nur noch aus Haltungsstufen 3 und 4 anzubieten. Diese höheren Haltungsstufen, die unter anderem mehr Platz und Freilauf für die Tiere erfordern, implizieren jedoch Investitionen seitens der Landwirtschaft in die Modernisierung von Stalleinrichtungen – was voraussichtlich zu steigenden Fleischpreisen führen wird.