20. Juni, 2024

Wirtschaft

Tesla plant Produktionspausen für Upgrades im Werk Grünheide

Tesla plant Produktionspausen für Upgrades im Werk Grünheide

Der US-amerikanische Elektrofahrzeughersteller Tesla plant, die Produktion in seiner einzigen europäischen Fabrik in Grünheide bei Berlin im Juni an fünf Tagen zu unterbrechen. Betroffen sind die Tage 7., 14., 17., 27. und 28. Juni. Diese Pausen nutzt Tesla dazu, die Fertigungsanlagen zu verbessern, wie eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte. Ziel der produktionsfreien Tage sei es, durch Upgrades Effizienzsteigerungen, verbesserte Verfügbarkeiten und optimierte Taktzeiten zu erreichen. Die temporäre Stilllegung betrifft die Fahrzeug- und Antriebsfertigung, während die Gießerei und die Batteriezellproduktion weiterlaufen. Ein interner Bericht bezeichnete diese geplanten Unterbrechungen als «kurze Boxenstopps». Diese Maßnahmen folgen auf frühere Produktionspausen in diesem Jahr. Bereits Ende Januar ruhte die Produktion aufgrund von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer für circa zwei Wochen. Im März führte ein Anschlag auf die Stromversorgung nahe der Fabrik zu einem beinahe einwöchigen Produktionsstillstand. Die linksextreme Gruppe «Vulkangruppe» bekannte sich zu diesem Vorfall. Sicherheitsbehörden ermitteln. Auch Umweltaktivisten sorgten im Mai für Unruhe. Versuche, das Tesla-Gelände während Protesttagen nach Christi Himmelfahrt zu stürmen, wurden von der Polizei vereitelt. Darauf folgte eine Produktionspause am Brückentag. Tesla fertigt seit über zwei Jahren Elektroautos in Grünheide, wo rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Infolge der globalen Flaute im Elektroautomarkt kündigte das Unternehmen im April den Abbau von 400 Stellen in der deutschen Fabrik an. Langfristig plant Tesla jedoch, die Produktion auf bis zu zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr zu steigern; das Zwischenziel von einer Million Autos ist allerdings noch nicht erreicht. Umstritten bleibt die geplante Erweiterung des Werksgeländes um einen Güterbahnhof und Logistikflächen. Während die Gemeindevertreter den Bebauungsplan unterstützten, sprach sich eine Bürgerbefragung dagegen aus.