22. April, 2024

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Tendenzen am Anleihenmarkt: Bundesanleihen reagieren auf Fed-Äußerungen mit Verlusten

Tendenzen am Anleihenmarkt: Bundesanleihen reagieren auf Fed-Äußerungen mit Verlusten

Die deutschen Staatsanleihen verzeichneten am Donnerstag einen spürbaren Rückgang infolge zurückhaltender Kommentare von Seiten der US-Notenbank Federal Reserve. Der maßgebliche Euro-Bund-Future gab um 0,23 Prozent auf nun 133,07 Zähler nach. Dies führte konträr zu einem Anstieg der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, die nun bei 2,32 Prozent liegt.

Auslöser der Kursabschwächung waren insbesondere die Äußerungen des Fed-Direktors Christopher Waller, der am vorangegangenen Abend keine vorschnellen Absenkungen der Leitzinsen in Aussicht stellte. Die jüngsten ökonomischen Daten würden keinen Spielraum für eine Verkürzung oder gar ein Zögern bei den geplanten Zinssenkungen im laufenden Jahr bieten, äußerte er. Waller bezeichnete die neuesten Inflationszahlen als 'enttäuschend' und betonte seine Präferenz, Entscheidungen über Zinsreduzierungen erst nach der Beobachtung 'wenigstens einiger Monate mit positiveren Inflationsdaten' zu treffen. Dabei nahm er auch Bezug auf die robuste Performance der Wirtschaft und die anhaltend starke Beschäftigungslage. Bekannt für sein Plädoyer für eine restriktive Geldpolitik, verlieh Waller seinen Argumenten zusätzlich Gewicht.

Von den Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum gingen hingegen kaum nennenswerte Impulse aus. Während die Geldmenge im Februar eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vormonat verzeichnete, zeigten sich divergierende Entwicklungen in der italienischen Ökonomie. Hier fiel zwar das Konsumklima, doch das Vertrauen der Unternehmen konnte sich verbessern.

Weitere Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten, die später am Tag zur Veröffentlichung anstehen, könnten potenziell Bewegung in den Anleihenmarkt bringen. Vorgesehen sind Zahlen zum Wirtschaftswachstum des abgelaufenen Quartals, zu den Arbeitsmarktdaten der laufenden Woche sowie zum Konsumklima der Universität Michigan.