14. Juli, 2024

Wirtschaft

Tarifverhandlungen bei privaten Banken gehen in die zweite Runde

Tarifverhandlungen bei privaten Banken gehen in die zweite Runde

Die Gewerkschaft Verdi hat im Vorfeld der zweiten Tarifrunde für rund 140.000 Beschäftigte in privaten Banken die Arbeitgeber eindringlich aufgefordert, ein eigenes Angebot in die Verhandlungen einzubringen. Jan Duscheck, Verdi-Verhandlungsführer, betonte am Sonntag die Dringlichkeit der Situation: "Die Gewinne der Bankinstitute sind in den letzten Jahren gestiegen, die Kaufkraft der Beschäftigten in der gleichen Geschwindigkeit gesunken." Dies habe verständlicherweise zu Frust unter den Angestellten geführt.

Nach ersten Warnstreiks, bei denen sich mehrere tausend Beschäftigte beteiligt hatten, kam es tageweise zu zahlreichen Filialschließungen. Die Beschäftigten möchten laut Duscheck keine langen Verzögerungen in der Tarifrunde und haben dies durch ihre Aktionen und Warnstreiks klar zum Ausdruck gebracht.

Verdi fordert eine Gehaltserhöhung von 12,5 Prozent, mindestens jedoch 500 Euro pro Monat, und eine Erhöhung der monatlichen Vergütungen für Nachwuchskräfte um 250 Euro. Zudem drängt Verdi auf Verhandlungen zur Weiterentwicklung der Arbeitszeitregelungen. Der Deutsche Bankangestelltenverband (DBV) strebt sogar noch höhere Erhöhungen von 16 Prozent oder mindestens 600 Euro brutto monatlich an. Die Tarifverhandlungen werden an diesem Montag in Berlin fortgesetzt.

Die Arbeitgeberseiten wiesen die genannten Gehaltsforderungen als deutlich überzogen zurück. Der Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber, Thomas A. Lange, argumentierte mit den zahlreichen und großen Risiken, die das aktuelle Umfeld prägen. Dennoch betonte Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankgewerbes (AGV Banken), dass die Arbeitgeber "bereit zu fairen Gehaltsanpassungen" seien.

Ein dritter Verhandlungstermin für den 3. Juli in Frankfurt ist bereits vereinbart. In der vorangegangenen Tarifrunde hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber erst nach über neun Monaten im April 2022 geeinigt.