29. Februar, 2024

Märkte

Strompreisschock: EnBW kündigt satte Preiserhöhung an

Strompreisschock: EnBW kündigt satte Preiserhöhung an

Verbraucher aufgepasst: Die Energiekosten werden für viele ab April spürbar ansteigen. Mit rund 5,5 Millionen Kunden zählt EnBW zu den größeren Energiedienstleistern, der nun eine Preiserhöhung von 15,9 Prozent für Strom ankündigt. Als Hauptursache hierfür nennt der Karlsruher Energieversorger die gestiegenen Netzentgelte sowie höhere staatliche Abgaben, Umlagen und Steuern, die in die Strompreiskalkulation einfließen.

Besonders betroffen sind die Tarife der Grund- und Ersatzversorgung. Dort wird es gemäß EnBW leicht überdurchschnittliche Marktpreise geben. Kunden, die Wärmestrom in Kombination mit einer gemeinsamen Messung nutzen, werden eine Erhöhung von 4,5 Prozent verkraften müssen. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 2900 Kilowattstunden bedeutet dies eine monatliche Mehrbelastung von etwa 16 Euro.

Die bundespolitische Entscheidung, die staatlichen Zuschüsse für die Netzentgelte in Höhe von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 zu streichen, hat maßgeblich zu den steigenden Kosten geführt. Die Betreiber der großen Fernleitungssysteme Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW haben daraufhin eine Verdopplung der Netzentgelte angekündigt, welches die Verbraucherpreise unmittelbar beeinflusst.

Indes weist EnBW auf deren eigene Anstrengungen hin, die Preissteigerungen für die Kundschaft so gering wie möglich zu halten. Volker Bloch, Vertriebsleiter bei EnBW, unterstreicht, dass erst kürzlich, im Oktober 2022, eine Preisanpassung stattgefunden habe. Die aktuellen Preiserhöhungen seien somit auf äußere Einflüsse zurückzuführen. Gleichzeitig betont er die prosperierenden Geschäftszahlen des Unternehmens, welche Investitionsmöglichkeiten in den Ausbau von erneuerbaren Energien und klimaschonenden Technologien eröffnen.

Es ist jedoch nicht so, dass alle Stromanbieter von der Preisentwicklung gleichermaßen betroffen sind. Einige von ihnen haben weniger drastische Erhöhungen angekündigt oder sogar Preissenkungen in Aussicht gestellt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verweist diesbezüglich auf die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Versorger, wodurch sich trotz der allgemeinen Tendenz Unterschiede ergeben können.

Beruhigende Worte kommen von EnBW-Chef Andreas Schell, der die Wichtigkeit der Energiewende betont und darauf hinweist, dass diese sowohl lange dauert als auch tiefgreifende Veränderungen mit sich bringt.