29. Februar, 2024

Wirtschaft

Streikdrohung bei Lufthansa: Verdi fordert deutliche Tarifverbesserungen

Streikdrohung bei Lufthansa: Verdi fordert deutliche Tarifverbesserungen

Das Tarifgefüge bei Deutschlands größter Airline Lufthansa steht möglicherweise vor einer ernsthaften Zerreißprobe. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bringt sich in Stellung und droht mit anhaltenden Arbeitsniederlegungen im Bereich des Bodenpersonals, sollte das Management seine bisherige Offerte nicht signifikant verbessern. Laut Aussage von Marvin Reschinsky, dem Chefverhandler von Verdi, herrsche eine Streikbereitschaft am Boden wie sie seit zwei Jahrzehnten nicht zu spüren war. Diese Warnung wurde während einer großangelegten Protestaktion vor der Firmenzentrale am Frankfurter Flughafen lautstark kundgetan.

Die Streikwelle rollt bereits und hat zu einer beachtlichen Reduzierung des Flugbetriebs geführt: Die Lufthansa sah sich veranlasst, rund 90 Prozent ihrer täglichen 600 Flugbewegungen zu streichen. Personalvorstand Michael Niggemann bezeichnete die Situation als "bitter" für die Reisenden und kritisierte die von Verdi gewählte Eskalation. Im Gegenzug kritisierte Verdi die Fluggesellschaft für eine missachtende Behandlung ihrer Angestellten und betonte die Notwendigkeit, die Ungleichbehandlung zwischen bodenständigem und fliegendem Personal zu beenden. Vor allem Mitarbeiter vor Ort zeigten bei der Kundgebung ihre Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Arbeitslage.

Die Lage verschärft sich: Verdi mobilisierte zum Warnstreik in wichtigen deutschen Städten wie Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf, woraufhin vorsorglich eine Vielzahl von Flügen gestrichen werden musste, wovon über hunderttausend Passagiere betroffen sind.

Gegenstand des aktuellen Tarifstreits sind die Forderungen nach einer Gehaltssteigerung von 12,5 Prozent bzw. mindestens 500 Euro monatlich sowie eine einheitliche Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro konzernweit. Lufthansa stellt demgegenüber ein dreijähriges Angebot mit einer Lohnerhöhung von insgesamt 13 Prozent und einer eigenen Inflationsausgleichsprämie in Aussicht. Eine weitere Verhandlungsrunde ist für Mitte Februar anberaumt.