17. Juli, 2024

Politik

Stimmungswechsel im US-Wahlkampf: Biden unter Druck, Trump im Aufwind

Stimmungswechsel im US-Wahlkampf: Biden unter Druck, Trump im Aufwind

Präsident Joe Biden sieht sich in einer zunehmend schwierigen Position: Nach einem wenig überzeugenden Auftritt in der TV-Debatte gegen Donald Trump verschlechtern sich seine Umfragewerte. Innerhalb der Demokratischen Partei wächst der Druck auf den 81-Jährigen, aus dem Rennen um die Präsidentschaft auszusteigen. Trotz seiner Absicht, bei der US-Wahl im November eine zweite Amtszeit anzustreben, und Trumps Rückkehr ins Weiße Haus zu verhindern, ist fraglich, wie lange Biden dem Druck standhalten kann.

Während sich Trump und Biden in der Vergangenheit in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, hat Trump seit der TV-Debatte seinen Vorsprung deutlich ausbauen können. Aktuelle Umfragen von "New York Times", CNN und "Wall Street Journal" sehen Trump nun mit sechs bis acht Prozentpunkten vor Biden. Diese Entwicklung führt zu wachsender Nervosität im Lager der Demokraten und steigert die Bereitschaft, einen anderen Kandidaten in Erwägung zu ziehen.

Die Bedeutung von Umfragen in den USA darf nicht unterschätzt werden. Schlecht abschneidende Werte können eine Signalwirkung haben, die sowohl die Unterstützung durch Wähler als auch die dringend benötigte Finanzierung beeinträchtigen kann.

In dieser angespannten Lage übt die Demokratische Partei verstärkt Druck auf Biden aus. Erstmals forderte der demokratische Abgeordnete Lloyd Doggett öffentlich Bidens Rückzug, gefolgt von weiteren Forderungen aus den Reihen der Partei. Daraufhin führte Biden dringende Telefongespräche mit hochrangigen Parteimitgliedern, darunter Chuck Schumer und Hakeem Jeffries. Auch eine Konferenz mit 20 demokratischen Gouverneuren stand auf der Agenda, um deren Unterstützung zu sichern.

Um den entstandenen Schaden zu begrenzen, forderte Bidens Stabschef Jeff Zients die Regierungsmitarbeiter auf, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren und die Ablenkungen rund um Bidens Wahlkampf auszublenden.

Das Weiße Haus bemüht sich energisch, Zweifel an Bidens Eignung als Präsident zu zerstreuen. Die Sprecherin Karine Jean-Pierre betonte, dass Biden im Rennen bleibe, und dass Berichte über einen möglichen Rückzug unbegründet seien.

In den nächsten Tagen plant Biden mehrere öffentliche Auftritte, einschließlich eines Fernsehinterviews und Wahlkampfauftritten in Wisconsin und Pennsylvania. Auch eine Pressekonferenz auf dem bevorstehenden Nato-Gipfel in Washington ist geplant.

Währenddessen richtet sich der Fokus zunehmend auf Vizepräsidentin Kamala Harris als potenzielle Nachfolgerin. Spekulationen über einen möglichen Wechsel häufen sich, und Unterstützer von Trump gehen verbal auf die Demokratin los und bezeichnen Biden als ungeeignet für das Amt.