13. April, 2024

Politik

Stichwahl in der Slowakei: Showdown zwischen Korcok und Pellegrini

Stichwahl in der Slowakei: Showdown zwischen Korcok und Pellegrini

In der Slowakei deutet sich ein spannendes Finale um das höchste Amt des Landes an. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen in der ersten Wahlrunde müssen die beiden Spitzenkandidaten Ivan Korcok und Peter Pellegrini am 6. April in einer Stichwahl das Amt des Präsidenten unter sich ausmachen. Trotz einer anfänglich klaren Führung Pellegrinis konnte der frühere Außenminister Korcok eine überraschende Wende erzielen und ging nach den finalen Zählungen der ersten Wahlrunde mit 42,5 Prozent als Sieger hervor. Pellegrini, der Parlamentspräsident und Vertreter des sozialdemokratischen Lagers, erreichte 37 Prozent. Die Wahlbeteiligung verzeichnete mit 51,9 Prozent einen soliden Wert.

Im Laufe der Nacht kippte das anfangs eindeutige Bild zu Gunsten des Oppositionspolitikers Korcok, was die Spannung in der Auszählungsphase drastisch steigerte. Dabei konnte sich Stefan Harabin, prorussischer Nationalist und früherer Justizminister, mit 11,7 Prozent als drittfähiger Kandidat positionieren. Die definitive Bestätigung des Wahlergebnisses wird bis zum folgenden Sonntagmittag erwartet.

Obwohl die scheidende Amtsinhaberin Zuzana Caputova mit starker Zustimmung rechnen konnte, verzichtete sie auf die Teilnahme und ermöglichte damit ein offenes Rennen um die Präsidentschaft. Die politische Debatte im Lande ist unterdessen heiß umstritten, besonders im Kontext des russischen Angriffs auf die Ukraine. Als EU- und Nato-Mitglied liegt die Slowakei direkt an der Grenze zur Ukraine und steht damit geopolitisch im Fokus.

Korcok machte im Wahlkampf seine Position klar und betonte, als Gegenpol zur aktuellen linksnationalistischen Regierung unter Ministerpräsident Robert Fico fungieren zu wollen. Sein Widersacher Pellegrini hingegen setzt auf innenpolitische Harmonie und Stabilität, das unter dem Slogan "Die Slowakei braucht Ruhe!" zusammengefasst wird. Der ehemalige Diplomat Korcok plädiert für eine starke militärische Unterstützung der Ukraine, während Pellegrini, ähnlich wie der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, in Bezug auf Waffenlieferungen zur Vorsicht mahnt.