29. Februar, 2024

Wirtschaft

Steigende Nachfolgebereitschaft im Mittelstand trifft auf kleinere Nachfolgejahrgänge

Steigende Nachfolgebereitschaft im Mittelstand trifft auf kleinere Nachfolgejahrgänge

Die Bereitschaft unter deutschen Mittelständlern, ihre Unternehmen in neue Hände zu legen, hat sich in den letzten Jahren merklich erhöht. Laut der jüngsten Erhebung der KfW Bankengruppe sind aktuell 41 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer bestrebt, eine Nachfolge zu regeln – ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu den letzten sechs Jahren. KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib verweist allerdings auf eine wachsende "Nachfolgelücke", da es zunehmend schwieriger wird, adäquate Nachfolger zu finden.

Die alternde Unternehmerschaft, hervorgerufen durch den demografischen Wandel, führt dazu, dass ein Drittel der Unternehmer bereits 60 Jahre oder älter ist. Dies wird von der relativen Knappheit jüngerer Nachfolgegenerationen begleitet, die aus niedrigeren Geburtenraten resultiert. Zusätzlich haben das nachlassende Interesse an Unternehmensgründungen und die geringere Zahl potenzieller Gründer Einfluss auf den Nachfolgermarkt.

Die Erhebung zeigt ferner, dass bis Ende dieses Jahres rund 224.000 Firmeninhaber, was sechs Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen entspricht, einen Rückzug planen. Das Problem der Nachfolge stellt sich für viele Mittelständler: 74 Prozent der Befragten nannten die Suche nach passenden Kandidaten als Herausforderung. Preisverhandlungen beim Verkauf, bürokratische Hürden, rechtliche Komplexitäten und Finanzierungsfragen wurden ebenfalls als Schwierigkeiten identifiziert.

Nicht alle Unternehmen werden weitergeführt. Bis Ende 2024 planen drei Prozent der mittelständischen Unternehmer eine Geschäftsaufgabe, wobei das Desinteresse von Familienmitgliedern in zwei Dritteln dieser Fälle eine Rolle spielt. Eine familieninterne Nachfolge präferieren dennoch 57 Prozent der derzeitigen Inhaber, während Optionen wie Verkauf an Externe, Übergabe an Mitarbeiter oder Miteigentümer weniger favorisiert werden.

Die Datenbasis für diese Einsichten bilden die Antworten von über 11.300 kleinen und mittleren Unternehmen, die am aktuellen KfW-Mittelstandspanel teilnahmen, welches von der GfK im Auftrag der KfW durchgeführt wurde.