18. Juli, 2024

Wirtschaft

Stabilität bei Energie und Lebensmitteln dämpft Inflation in Deutschland

Stabilität bei Energie und Lebensmitteln dämpft Inflation in Deutschland

Die Preise für Energie und Nahrungsmittel haben im Juni die Inflation in Deutschland weiter gedämpft. Das Statistische Bundesamt bestätigte, dass die Verbraucherpreise im Juni um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen, nachdem im Mai noch ein Anstieg von 2,4 Prozent verzeichnet worden war. Jedoch stiegen die Preise für Dienstleistungen weiterhin überdurchschnittlich, wie Destatis-Präsidentin Ruth Brand erklärte. Ohne Energie und Nahrungsmittel beträgt die sogenannte Kerninflation aktuell 2,9 Prozent, womit sie erstmals seit Februar 2022 wieder unter die 3-Prozent-Marke fiel. Im Vergleich zum Mai haben die Preise im Juni insgesamt um 0,1 Prozent zugelegt. Die Dienstleistungen verzeichneten eine jährliche Preissteigerung von 3,9 Prozent, was vor allem auf höhere Kosten für Versicherungen (+12,3 Prozent), Gastronomie (+6,8 Prozent) und Autowerkstätten (+6,2 Prozent) zurückzuführen ist. Auch die Netto-Kaltmieten stiegen um 2,2 Prozent. Mit dem Rückgang der Inflation in Deutschland und im Euroraum insgesamt, sieht die Europäische Zentralbank (EZB) Spielraum für weitere Leitzinssenkungen im Jahresverlauf. Sie senkte im Juni erstmals seit Beginn der Inflationswelle die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Die EZB strebt um die zwei Prozent Marke Preissteigerung als Ziel für Preisstabilität an. Ökonomen erwarten, dass sich dieser Trend zu stabilen Preisen im Sommer fortsetzen wird, mit Raten noch unter zwei Prozent. Während Dienstleistungen im Juni stark verteuerten, sank die Energie innerhalb eines Jahres um 2,1 Prozent. Bei den Nahrungsmitteln gab es nach zuvor kräftigen Preisaufschlägen lediglich moderate Zuwächse von 1,1 Prozent. Langfristig sind die nun preisdämpfenden Gruppen jedoch erheblich teurer geworden als der gesamte Warenkorb. Energie ist seit 2020 um mehr als 47 Prozent teurer geworden, Nahrungsmittel um 33 Prozent, während der gesamte Verbraucherpreisindex nur um 19,4 Prozent zulegte.