12. Juli, 2024

Wirtschaft

Staatsanwaltschaft Bielefeld sichert Millionen für betrogene Anleger: Der Fall OneCoin

Staatsanwaltschaft Bielefeld sichert Millionen für betrogene Anleger: Der Fall OneCoin

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat in einem bedeutsamen Schritt mehr als zehn Millionen Euro aus dem Vermögen der berüchtigten OneCoin-Betrügerin Ruja Ignatova für Anleger aus Ostwestfalen-Lippe sichergestellt. Die als "Krypto-Queen" bekannte Ignatova, die seit 2017 flüchtig ist, steht im Verdacht, ein gigantisches Betrugssystem um die erfundene Digitalwährung "OneCoin" inszeniert zu haben. Weltweit soll sie damit Anleger um Milliarden Euro gebracht haben. Die deutsche Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität unternimmt nun konzertierte Anstrengungen, um diese Gelder zurückzuholen.

Im Fokus stehen zwei Luxusimmobilien in London, die Ignatova für 20 Millionen Euro über Treuhandfirmen erwarb. Durch den Verkauf der mittlerweile etwas verschlissenen Penthouse-Wohnungen konnten etwa zehn Millionen Euro erlöst und gesichert werden. Diese Summe liegt derzeit auf einem Konto der Royal Bank of Scotland. Laut Carsten Nowak, dem Pressedezernenten der Bielefelder Schwerpunktstaatsanwaltschaft, sei man fest entschlossen, das Geld für die betrogenen Anleger zurück zu gewinnen.

Für diesen Zweck hat die Staatsanwaltschaft ein aufwendiges Verfahren in Gang gesetzt. Der erste Schritt ist das sogenannte selbstständige Einziehungsverfahren, für das bereits ein Antrag beim Landgericht Bielefeld eingereicht wurde. In den kommenden Wochen wird das Gericht entscheiden, ob die rechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Anschließend muss die Staatsanwaltschaft ein Rechtshilfeverfahren beantragen, um das Geld nach Deutschland zu überweisen. Bis betrogene Anleger tatsächlich entschädigt werden können, könnten jedoch noch mehrere Monate vergehen.

Ignatovas fluchtartiges Verschwinden führte dazu, dass sie seit Oktober 2017 von den US-Behörden, dem FBI, Interpol und dem BKA gesucht wird. Ihr letzter bekannter Aufenthaltsort ist Athen, wohin sie von Sofia aus am 25. Oktober 2017 gereist war.

Die bisherige Bilanz der Justiz: Drei von Ignatovas Gehilfen wurden im Januar dieses Jahres vom Landgericht Münster wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug und Geldwäsche zu Haftstrafen zwischen knapp drei und fünf Jahren verurteilt. Diese Gehilfen sollen etwa 320 Millionen Euro von Anlegern in ganz Europa erbeutet haben. Gegen die Urteile wurde jeweils Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.