23. Juni, 2024

Wirtschaft

Sponsor-Wirbel vor dem Champions-League-Finale: BVB und Rheinmetall kooperieren

Sponsor-Wirbel vor dem Champions-League-Finale: BVB und Rheinmetall kooperieren

Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Champions-League-Finale sorgt Borussia Dortmund mit einem neuen Sponsoring-Deal für große Aufmerksamkeit. Der Traditionsverein hat die Zusammenarbeit mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall bekanntgegeben. Über die finanziellen Details schweigen beide Parteien, Insider sprechen jedoch von einem jährlichen Volumen im einstelligen Millionenbereich. Rheinmetall erhält durch den Vertrag weitreichende Werberechte und wird zum „Champion Partner“ des BVB.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte, dass Sicherheit und Verteidigung zentrale Elemente einer funktionierenden Demokratie seien. Er freue sich, sich hier intensiv zu engagieren und den Diskurs zu eröffnen. Rheinmetall-Chef Armin Papperger äußerte sich positiv zur Partnerschaft und hob hervor, dass sowohl BVB als auch Rheinmetall durch ihre Ambitionen und Haltungen gut zusammenpassen würden.

Nicht alle Reaktionen auf den Deal fielen positiv aus. Besonders vor dem Hintergrund des bevorstehenden Finals gegen Real Madrid, das am Samstag stattfinden wird, könnte die Partnerschaft von sportlichen Themen ablenken. BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl appellierte an das Team und die Fans, sich voll auf das Spiel zu konzentrieren.

Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie begrüßte die Partnerschaft und unterstrich, dass sie helfen könne, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Rüstungsunternehmen zu normalisieren. Wirtschaftsminister Robert Habeck bezeichnete das Engagement als Spiegelbild der Zeitenwende, die durch den Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden sicherheitspolitischen Veränderungen geprägt sei. Die Bundesregierung habe in diesem Zusammenhang 100 Milliarden Euro zur Aufrüstung der Bundeswehr bereitgestellt, von der auch Rheinmetall profitiere.

In Nordrhein-Westfalen gab es gemischte Reaktionen. Während die Landesregierung die veränderte Wahrnehmung von Rüstungsunternehmen anerkannte, übten Kritiker wie der Linken-Sprecher Sascha Wagner scharfe Kritik. Auch bei vielen Fans stieß der Deal auf Unverständnis. Die Deutsche Friedensgesellschaft forderte in einer Petition den Abbruch der Kooperation, und in den sozialen Medien entbrannte eine hitzige Diskussion.

Rheinmetall ist bereits seit längerem als Sponsor im Sportbereich aktiv. Der Konzern unterstützt den Handball-Club Bergischer HC und tritt nun mit dem BVB in eine neue Dimension des Sportsponsorings ein. Durch den Ukraine-Krieg hat sich die Nachfrage nach Rüstungsgütern massiv erhöht, was Rheinmetall zu einem der wichtigsten Lieferanten für Militärgüter gemacht hat. Der Aktienkurs stieg seit Februar 2022 signifikant und spiegelt den wirtschaftlichen Aufschwung des Unternehmens wider.