27. Mai, 2024

Wirtschaft

Spannung in Grünheide: Polizei bereitet sich auf weitere Proteste gegen Tesla vor

Spannung in Grünheide: Polizei bereitet sich auf weitere Proteste gegen Tesla vor

Die Lage rund um das Tesla-Werk in Grünheide spitzt sich weiter zu. Nachdem es bei Demonstrationen gegen Elon Musks Elektroautofabrik am Freitag zu Auseinandersetzungen kam, rüstet sich die Polizei für anhaltende Protestaktionen. Eine geplante Demonstration zieht am Mittag von der Fangschleuse direkt zum Fabrikgelände. Die Beteiligten lassen derweil offen, welche weiteren Aktionen anstehen könnten.

Die Geschehnisse vom Freitag - mit wiederholten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Ordnungskräften, dem Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken - führten dazu, dass sowohl Protestteilnehmer als auch 21 Polizisten Verletzungen erlitten. Im Zuge dessen wurden 16 Personen in Gewahrsam genommen. Seitens der Protestgruppen wurden die harten Gegenmaßnahmen der Einsatzkräfte scharf kritisiert. Ein Großaufgebot an Polizisten war vor Ort, darunter auch Einheiten aus anderen Bundesländern und einsatzbereite Wasserwerfer und ein Räumpanzer.

Die Demonstranten, die gegen die Erweiterungspläne Teslas und die damit verbundene Rodung von Waldstücken protestieren, griffen auch zu weitreichenderen Aktionsformen: Einigen Aktivisten gelang es, auf einen Flugplatz zu gelangen und dort Pyrotechnik zu zünden sowie Tesla-Fahrzeuge zu beschädigen. Die Polizei versuchte das Gebiet zu schützen, jedoch erwies sich die Größe des Flugplatzes als Herausforderung.

Von einem Protestcamp aus, wo sich Aktivisten seit Februar auch in Baumhäusern niedergelassen haben, gehen die Aktionstage aus. Es ist ein juristisches Vorgehen gegen die auf den Bäumen errichteten Camps im Gange. Die beteiligte Gruppe Disrupt betont, dass der Kampf gegen die Fabrik auch ein kreativer Neubeginn sein könnte, bei dem die Produktion auf Busse, Krankenwagen oder Lastenräder umgestellt wird.

Erschwert wurde die Lage durch die Abschottung des Geländes, das teilweise zu Verkehrsbeeinträchtigungen führte, sowie durch eine Sitzblockade nahe der Fabrik. In Berlin wurde von Demonstranten vor einem Tesla-Geschäft protestiert. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach betonte derweil die Wichtigkeit des friedlichen Protests als demokratisches Recht.

Tesla selbst, dessen Werk an diesem Tag produktionsfrei war, ließ verlauten, dass dies auf den Brückentag nach Himmelfahrt zurückzuführen sei, und nicht auf die Proteste. Zuvor hatte das Unternehmen bereits aufgrund eines Brandanschlags seine Produktion unterbrechen müssen, die sich eine linksextremistische Gruppe zu eigen machte. Auch kam es zu Vorfällen mit brennenden Tesla-Fahrzeugen an verschiedenen Orten.