19. April, 2024

Politik

Söders Globetrotter-Diplomatie: Ein Echo auf Strauß?

Söders Globetrotter-Diplomatie: Ein Echo auf Strauß?

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, bewegt sich auf einem internationalen Parkett, das ihm eine Bühne bietet, die weit über die Landesgrenzen hinausreicht. Inspiriert von Franz Josef Strauß, dem einstigen politischen Schwergewicht, scheint Söder ebenso die Neigung zu weltweiten Reisen zu haben, bei denen der offizielle Zweck oft die Förderung bayerischer Interessen ist. Seine politische Strategie – oder Södersche Diplomatie – erscheint durchaus erfolgreich, bedenkt man, dass selbst Chinas zweitmächtigster Mann selten einen deutschen Ministerpräsidenten empfängt.

Die großzügige Auslegung seiner Amtsreisen erinnert lebhaft an die Zeiten von Strauß und bringt paradoxerweise genau den Effekt mit sich, den Söder vermutlich beabsichtigt: Er bleibt beständig im öffentlichen Diskurs präsent. Die eventuellen Nebenwirkungen einer solchen fast eigenständigen Außenpolitik Bayerns scheinen Söder nicht zu beunruhigen. Die Reflexion über mögliche Kollateralschäden überlässt er scheinbar anderen, womit jedoch sein Name weiter in den Schlagzeilen bleibt. Söders Ansatz, politische Aufmerksamkeit zu generieren, mag von manchen kritisch beäugt werden, aber er beweist eindrücklich seine Fähigkeit, die Medien für sich zu nutzen.